Studie: "Die Airpower ist ein Nullsummenspiel"
Präsentation einer von Grünen und KPÖ in Auftrag gegebenen Studie zur wirtschaftlichen Bewertung der Flugshow am Donnerstag in Knittelfeld. Angegebene Wertschöpfung sei weit verfehlt.

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Wo sollen pro Minute 74 Schnitzel verdrückt, 93 Bier getrunken - und natürlich auch bezahlt werden? Die Airpower Anfang Juli in Zeltweg müsste diese ehrgeizige Bilanz vorlegen, um auf den angenommenen gastronomischen Umsatz von zwei Millionen Euro zu kommen: Detail einer Studie, die am Donnerstag in Knittelfeld präsentiert wurde.
Hintergrund ist das Bemühen um "Aufklärungsarbeit" von Grüne und KPÖ. Zur Bewertung der wirtschaftlichen Bedeutung der Flugshow haben sie die Wiener Raumplaner Alexander Fürdös und Verkehrsplaner Herbert Seelmann beauftragt. Fazit vorweg: ein "Nullsummenspiel", bei dem das Geld des Steuerzahlers nachhaltiger ausgegeben werden könnte. Statt der angegebenen Wertschöpfung von 20 Millionen Euro - seitens der Veranstalter (Bundesheer, Land, Red Bull) auf 15 Millionen revidiert - bleiben bei Fürdös/Seelmann nämlich nur 3,5 Millionen. Deckt sich also beinahe mit den Kosten der Show.
Die Rechtfertigung zur Durchführung des Spektakels, eine Belebung der Region, steht laut Grünen-Bezirkssprecher Erwin Webersink auf schwachen Beinen. "Überall muss gespart werden, und dieses Projekt bleibt unwidersprochen?", fragen sich Webersink, Grüne-Obersteiermark-Sprecher LAbg. Lambert Schönleitner, KP-LAbg. Claudia Klimt Weithaler und KP-Stadträtin Renate Pacher angesichts von 800.000 Euro Steuergeld.
Besser geht nicht
Die Studienautoren betonen, für die auf den offiziellen Angaben von Land und Bund basierenden Analyse von einem "best-case"-Szenario ausgegangen zu sein. Und Kriterien wie Emissionen, Wetter oder Verkehrssicherheit gar nicht berücksichtigt zu haben. "300.000 Besucher in zweimal neun Stunden mit dieser Wertschöpfung abzuwickeln, ist machbar, aber sicher nicht lustig und nur mit großer Anstrengung", meinen Fürdös und Seelmann.
Einfluss in die Studie fanden unter anderem Übernachtungsmöglichkeiten und Verkehrsproblematik. Man argumentiert mit 150 fehlenden Bus-Parkplätzen und dem Gewaltakt, 42.000 Pkw pro Tag zu bewältigen. "Und was wir nicht erkennen konnten, ist die Umwegrentabilität."
Für Lambert Schönleitner untermauert die Studie eindeutig fehlende Effizienz. Dabei müsse sich Politik eben diese Kernfrage stellen, wie wirksam Mittel für die Beschäftigung eingesetzt werden. Claudia Klimt Weithaler empfiehlt, "diese Mittel zu nehmen und sie den Gemeinden und dem Klimaschutz" zukommen zu lassen. Den Studienautoren aus Wien fällt angesichts der regionalen Kräfte ein: "Biopower statt Airpower". Renate Pacher resümiert: "Die Flugshow ist aus vielen Gründen abzulehnen."
Die Abgeordneten wollen die Studie im Landtag präsentieren und die Reaktion der Landeshauptleute Voves und Schützenhöfer erkunden.
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Fakten
Airpower am 1. und 2. Juli am Flughafen Hinterstoisser in Zeltweg. Die Veranstalter Bundesheer, Land und Red Bull rechnen mit mindestens 280.000 Besuchern.
Unter dem Motto "Airpower 2011 - Spiele statt Brot?" laden KPÖ, Grüne und Sozialistische Jugend zu einer Diskussionsveranstaltung in das Kulturhaus Knittelfeld: Montag, 27. Juni, Beginn 19 Uhr. Zum Thema "Steuermittel für Waffenschau in Zeiten von Belastungspaketen?" diskutieren KP-LAbg. Claudia Klimt Weithaler, NAbg. Werner Kogler (Grüne, Sebastian Pay (SJ), Bernhard Hammer (Wirtschaftskammer-Obmann), Studienautor Alexander Fürdös.











