Sportfliegerklubs müssen Hangar am Flughafen Zeltweg räumen
Jetzt wissen sie nicht, wohin mit den Flugzeugen.
Das Damoklesschwert, das schon seit Jahren über den am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg ansässigen Sportfliegerklubs geschwebt war, sauste dieser Tage ziemlich plötzlich nieder. Anfang Februar wurde den Vereinen ein Schreiben aus dem Verteidigungsministerium übermittelt, wonach sie den Hangar IV "von allem Fluggerät und allen Fahrnissen ohne Verzug zu räumen" hätten. Bis heute sollte die Halle leer sein, dann gebe es keinen Zutritt mehr.
Die Adressaten (Sportfliegergruppe Kondor und Flugbetriebsgemeinschaft aus Askö und Asvö) traf dieser Räumungsbefehl wie ein Schock. Man wollte nicht glauben, dass man von einem Tag auf den anderen so einfach vor die Tür gesetzt wird. 22 Motor- und Segelflugzeuge sowie Werkzeug und Geräte, alles in allem in einem Wert von rund einer Million Euro, befinden sich im Hangar. "Das geht schon allein aus technischen Gründen nicht, diese in so kurzer Zeit herauszubekommen", meint ein Beteiligter. Außerdem könne man die teuren Flieger und Geräte im Winter auch nicht einfach im Freien stehen lassen.
Dass die alten Hangar III und IV seit der Landung der Eurofighter am Fliegerhorst vom Bundesheer nicht mehr gebraucht und irgendwann einmal abgerissen werden, war allerdings seit Jahren bekannt. Den Fliegerklubs, die laut Bundesheer als wehrpolitisch relevante Vereine am Flughafen "unentgeltlich geduldet" waren, wurde eingeräumt, auf eigene Kosten einen neuen Hangar zu bauen. Es gab auch schon konkrete Pläne, doch die Baukosten von rund 750.000 Euro konnten die Sportflieger alleine nicht auftreiben. Auch die öffentliche Hand und Sponsoren hielten sich zurück, also wurde das Projekt auf Eis gelegt.
Zwei neue statische Gutachten würden dem Heer gar keine andere Möglichkeit lassen, als die Hallen zu räumen, erklärt Presseoffizier Christian Fiedler vom Militärkommando Steiermark die plötzliche Eile. "Es besteht Gefahr im Verzug." Bei einer Krisensitzung am Mittwoch mit allen Beteiligten habe man einen Kompromiss anbieten können:
Heute werden die Schlösser ausgetauscht, der freie Zugang für Vereinsmitglieder in den Hangar ist damit nicht mehr möglich. Wer dennoch hinein möchte, tut dies ausdrücklich auf eigenes Risiko. Damit bestünde Rechtssicherheit für den Eigentümer, die Fliegerklubs hätten genug Zeit, ihre Flugzeuge aus der Halle zu entfernen.








