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Zuletzt aktualisiert: 15.01.2011 um 20:30 UhrKommentare

"Kondor" zieht seit 50 Jahren Kreise

Über den Wolken: Die Sportfliegergruppe "Kondor" feierte kürzlich ihr 50-jähriges Jubiläum. Die Kleine Zeitung bat Obmann Manfred Kunschitz in luftiger Höhe zum Gespräch.

Für einen echten Sport- und Freizeitpiloten ist eines besonders wichtig: ein guter Magen. Als Flugangsthase und Propellerphobikerin durfte Kleine Zeitungs-Redakteurin Sonja Haider-Krätschmer mit Manfred Kunschitz, Obmann der Sportfliegergruppe "Kondor", eine rasante Flugrunde in einem zweisitzigen Motorflieger drehen.

Seit 2002 ist Kunschitz Obmann des Vereins "Kondor". Das Fliegen ist für ihn und die Mitglieder der Sport-Fliegergruppe Leidenschaft, Abenteuer und Spaß. "Ich habe meistens gar keinen Fotoapparat mit, wenn ich fliege. Die schönsten Erinnerungen befinden sich nämlich hier drinnen", schmunzelt der Hobbypilot und tippt sich an die Stirn. Die Aussicht über dem Murtal ist atemberaubend. Innerhalb von 30 Minuten hat man Fohnsdorf, Zeltweg, Knittelfeld, Rachau, Seckau und Judenburg überflogen. "In zwei Stunden bin ich mit dieser Maschine am Meer", schwärmt Kunschitz.

Ihren Sitz hat die Sport-Fliegergruppe "Kondor" auf dem Gelände des Fliegerhorstes Hinterstoisser in Zeltweg. Das Bundesheer stellt dem Flugverein seit 50 Jahren eine Halle für die Flieger zur Verfügung. "Angefangen hat alles eigentlich durch das Bundesheer. Man wollte auch Nicht-Piloten die Möglichkeit bieten zu fliegen. Das war ein Service für die Bundesheer-Bediensteten", erklärt Flieger-Ass Kunschitz, der 2007 sogar einen Staatsmeistertitel der Mannschaftswertung im Präzisionsflug erfliegen konnte.

Zivile Luftfahrt

Mittlerweile wird der Verein zivil geführt. "Wir sind ein wehrpolitischer relevanter Verein und arbeiten noch immer mit dem Bundesheer zusammen", berichtet Kunschitz. So übernimmt der Verein seit mehreren Jahren die Ausbildung für das Militärgymnasium in Wiener Neustadt. Die Schüler absolvieren in Zeltweg nämlich die Ausbildung für Segelkunstflug.

Ansonsten ist es den Mitgliedern wichtig, möglichst oft in der Luft Zeit zu verbringen. 130 Flugbegeisterte sind Mitglied beim "Kondor", darunter auch fünf Frauen. "Das ist eigentlich eine beträchtliche Anzahl, wenn man bedenkt, dass andere Flugvereine in der Steiermark keine weiblichen Mitglieder haben. Zumindest so weit ich weiß", sinniert Obmann Kunschitz.

Inzwischen geht in luftiger Höhe die Sonne in eindrucksvoller Kulisse unter. Nun muss sich Manfred Kunschitz sputen. "In der Nacht fliegen wir nicht. Da sieht man nix", lacht er. Und das ist ja das Wichtigste am Flugsport: die Aussicht. Apropos Sport: Für die meisten Mitglieder der Sport-Fliegergruppe "Kondor" ist das Fliegen ein Hobby. Es gibt aber auch Mitglieder, die das Fliegen wettbewerbsmäßig betreiben. So gingen allein im Jahr 2007 gut 40 Prozent aller Staatsmeisterschaftstitel nach Zeltweg.

Der Landeanflug naht. Der Magen hat es gut ausgehalten. Der Gusto auf Flugabenteuer wurde geweckt. Bis zum nächsten Mal, Pilot Manfred Kunschitz.

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

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