Fall Zeltweg: Ein Kronzeuge packt nun aus
Knalleffekt in der Affäre um den Eishockeyverein Zeltweg: Das Land leitet ein Verfahren zur Auflösung des Gemeinderates ein. Heftiges Wahlkampfgetöse im Umfeld.

Foto © GEPA/SujetDer Eishockeyverein Zeltweg hat sich üebr Jahre in der obersten Spielklasse bewährt. Was im Hintergrund lief, ist umstritten
Die seit Monaten schwelende Causa um unrechtmäßige Geldflüsse an den Eishockeyverein Zeltweg zieht nun immer weitere Kreise. Nachdem ein Insider in der Kleinen Zeitung schwere Vorwürfe erhoben hatte, sieht sich das Land zum Handeln veranlasst: Der für Zeltweg zuständige Gemeindereferent Hermann Schützenhöfer leitete gestern "wegen Gefahr im Verzug" ein Verfahren zur Auflösung des Gemeinderates ein.
In der Begründung hält sich Schützenhöfer an den Gesetzestext: Aus seiner Sicht lägen "genügend Umstände vor, die die Annahme rechtfertigen, dass die Gemeinde Zeltweg zur ordnungsgemäßen Besorgung ihrer Aufgaben außerstande ist". Wie berichtet behauptet ein Zeuge, dass Zeltwegs Bürgermeister Kurt Haller (SPÖ) in die Umleitung von Gemeinde- und Volksschulgeldern an den Sportverein involviert gewesen sei. Haller dementiert heftig.
Die Gemeindeaufsicht hat schon bisher geprüft. Nun wird diese Prüfung intensiviert und es soll rasch ein Bericht vorliegen. Dann soll die Gemeinde sich äußern. Schützenhöfer geht "aus heutiger Sicht" davon aus, dass ein Regierungskommissär für Zeltweg bestellt werden wird.
"Rücktritt, Rechnungshof"
Rund um diese Maßnahme hat nun heftiger Wahlkampflärm eingesetzt. Die KPÖ fordert eine Prüfung durch den Bundesrechnungshof und wirft der SPÖ vor, sie habe es verabsäumt, schon im Frühjahr reinen Tisch zu machen. Für die Grünen ist "der Rücktritt von Bürgermeister Haller überfällig", wie Abgeordneter Lambert Schönleitner sagt. Die FPÖ fordert "lückenlose Aufklärung". Für die ÖVP legte Klubobmann Christopher Drexler verbal kräftig nach.
Deutlich zurückhaltender äußert sich die SPÖ: Man möge doch zunächst den Prüfbericht der Landesbeamten abwarten und dann erst über Konsequenzen reden. Alles andere sei eine unzulässige Vorverurteilung, heißt es im Büro von Landeshauptmann Franz Voves.
Der Eishockeyverein hatte offiziell rund 300.000 Euro Budget. Wer gewusst hat, dass auch Gelder aus der Stadtkassa in den Verein fließen, ist die Frage. Auch die Staatsanwaltschaft untersucht.









