Betrüger nahm Politiker mit Schmäh
Immer mit dem gleichen Trick knöpfte ein Kärntner steirischen Politikern Geld ab. Er behauptete seine Brieftasche verloren zu haben und Geld für eine Bahnkarte zu benötigen. Das ging gut, bis ein Bürgermeister die Polizei rief.

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Da ein Hunderter, dort ein Fünfziger - eine Zeit lang hat ein Betrüger aus Kärnten ganz gut gelebt; und das auf Kosten steirischer Politiker. Der 35-Jährige ist immer mit dem gleichen Schmäh vorgegangen. Er fragte in verschiedenen Orten gezielt nach Politikern und deren Telefonnummern. Diese suchte er auf und erzählte ihnen, er brauche Geld für die Heimfahrt mit dem Zug nach Kärnten. Er sei vom Schaffner aus dem Zug geworfen worden, weil er seine Geldbörse verloren habe und deshalb keine Fahrkarte kaufen konnte. Stets trat der Mann mit einer Freundin auf, zeigte seinen Reisepass, gab Telefonnummern an und versprach: "Sie kriegen das Geld zurück." Ein Opfer war der Knittelfelder BZÖ-Nationalratsabgeordnete Wolfgang Spadiut: "Mich hat er schon vergangenen November in Knittelfeld angesprochen, und weil er so überzeugend war, habe ich ihm einen Hunderter gegeben." Sein Geld sah er nie mehr.
Haftbefehl
Einen weiteren BZÖ-Mann suchte der Betrüger in Spielberg auf und knöpfte ihm ebenfalls hundert Euro ab. Auch in anderen Orten trieb das Pärchen sein Unwesen, hatte einmal mehr, einmal weniger Glück - so kaufte ein Politiker in Zeltweg den beiden nur die Zugfahrkarten. Endstation war in der Vorwoche bei Hermann Hartleb, ÖVP-Bürgermeister von St. Georgen ob Judenburg. "Als er mir erzählt hat, dass er bei uns aus dem Zug geworfen worden ist, bin ich stutzig geworden - kein Schaffner wirft einen Fahrgast in einem so kleinen Ort aus dem Zug." Hartleb verständigte unbemerkt die Polizei und hielt den Betrüger und seine Freundin hin, bis zwei Beamte der Inspektion Unzmarkt eintrafen. "Sie ließen sich widerstandslos festnehmen", so ein Polizist. Im Zuge der Einvernahmen stellte sich heraus, dass gegen den Kärntner ein Haftbefehl wegen diverser Betrügereien besteht. Er wurde in die Justizanstalt Klagenfurt überstellt. Die Frau ist unbescholten. Bürgermeister Hartleb schmunzelt: "Offenbar hatte der Mann zwei unterschiedliche Tarife: In der Stadt wollte er hundert Euro, von mir nur 45."








