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Zuletzt aktualisiert: 29.06.2009 um 23:14 UhrKommentare

"Wir kriegen Krise zu spüren"

Das Kinderschutzzentrum zog nun Bilanz: 2900 Beratungen gab es alleine im Jahr 2008.

Foto © AP

Sie helfen kostenlos und anonym. Wie wichtig ihr Dasein ist, beweisen die nackten Zahlen: Allein im Jahr 2008 wurden knapp 800 (417 Kinder und Jugendliche sowie 381 Erwachsene) Menschen betreut. Mehr als 2900 Beratungs- und Therapiegespräche gab es im Haus, dazu fast 3500 Telefonkontakte.

Aktuelle Zahlen. Die Rede ist von den Therapeutinnen und Beraterinnen des Kinderschutzzentrums Oberes Murtal, dessen Leiterin Ilma Moser ist und das auch für den Bezirk Leoben zuständig ist. Nun stellte Moser in Knittelfeld, wo der Hauptsitz des Zentrums ist, aktuelle Zahlen vor und erwähnte eine interessante Entwicklung: "Vor zehn Jahren waren es noch viel mehr Erwachsene als Kinder, die sich an uns gewandt haben. Heute kommen mehr Kinder, sie kommen von alleine."

Vertrauen. Dies bedeutet wohl, dass das Vertrauen in das Angebot groß ist. Werden Kinder geschlagen, belastet sie die Scheidung ihrer Eltern oder fühlen sie sich allein gelassen: Bei derartigen Problemen helfen und unterstützen die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzzentrums. Aber natürlich stehen sie auch den Erwachsenen, die sich etwa überlastet fühlen oder aus Verzweiflung zuschlagen, zur Seite. Selbst die Krise bekommt das Kinderschutzzentrum zu spüren: Familien werden verschuldet, der Alkoholkonsum verstärkt sich, die Gewaltbereitschaft steigt.

Auführungen. Auch Mitglieder des Kiwanis Clubs Farrach hörten sich die Ausführungen an. Zuvor übergaben die Damen, die bedürftige Kinder in der Region unterstützen, pädagogisches Material an das Kinderschutzzentrum. Seit Bestehen des Clubs, seit 2003, haben sie etwa 25.000 Euro gespendet.

MICHAELA FRÖHLICH

Fakten

Aufgaben des Kinderschutzzentrums sind Beratung, Psychotherapie, Krisenintervention in Fällen von Gewalt (körperliche, psychische, sexuelle Gewalt, Vernachlässigung).

Das Angebot ist anonym und kostenlos. Sitz ist in Knittelfeld (Gaalerstraße 2). Zweigstellen in Murau (Bundesstraße 9) und in Bruck.

Aufgrund des kostenlosen Angebots ist das Kinderschutzzentrum auf Subventionen, Sponsorengelder und Spenden angewiesen. Spenden ist unter folgender Bankverbindung (Raiffeisenbank Knittelfeld) möglich: Kontonummer: 1-00.042.507, BLZ: 38346.

Erstgespräche sind auch in der Zukunftswerkstatt in Zeltweg möglich.

Bürozeiten: Mo. bis Fr. von 9 bis 13 Uhr. Di. von 9 bis 17 Uhr. Tel. (0 35 12) 75 741.

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