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Zuletzt aktualisiert: 28.02.2009 um 17:47 UhrKommentare

Storchenpaar muss jetzt evakuiert werden

Störche haben in Zeltweg überwintert. Jetzt muss Baum, in dem sich ihr Horst befindet, gefällt werden. Ob die Umsiedlung in einen Ersatzhorst klappt, ist jedoch fraglich.

Die Störche in Judenburg müssen in einen Ersatzhorst umgesiedelt werden

Foto © AP/SujetDie Störche in Judenburg müssen in einen Ersatzhorst umgesiedelt werden

Gut durch die kalte Jahreszeit gekommen ist ein Storchenpaar, das auf einem Baum in einem Privatgarten in Zeltweg überwintert hat. Tierschützer haben die Störche gefüttert, damit sie Kälte und Schnee überstehen.

Ersatzhorst für die Störche. Doch nun stehen die beiden Tiere vor einer Evakuierung. Ihr Horst ist auf einer rund 20 Meter hohen Fichte neben der Hauptstraße. Der Baum muss umgeschnitten werden, weil er umzustürzen droht. "Beim nächsten Sturm könnte der Baum entwurzelt werden und Menschen gefährden", begründet Grundbesitzer Helmut Harb, dem die Tiere "sehr ans Herz gewachsen sind". Man will den Weißstörchen nun auf dem Gelände der ehemaligen "Wasserberg-Säge" einen Ersatzhorst bauen.

Schwierige Umsiedlung. Der oststeirische "Storchenvater" Helmut Haar, er ist Initiator des Artenschutzprojektes Weißstorch, hat sich an Ort und Stelle umgesehen. "Eine Umsiedlung wird schwierig, weil nicht sicher ist, ob die Tiere das neue Zuhause annehmen", sagt Haar. Sorgen müsse sich um die Störche aber niemand. "Wenn sie den neuen Horst nicht annehmen, suchen sie sich selbst einen Platz."

Gefährdung. Die Zeit drängt jedenfalls, denn im April beginnt die Brutzeit. "In der nächsten oder übernächsten Woche werden wir den Baum umschneiden", kündigt Harb an. Damit ist auch Monika Tielitz vom Tierschutzverein Judenburg einverstanden. Sie wohnt in Zeltweg in Sichtweite des Horstes. "Mir wurde glaubhaft versichert, dass der Baum eine Gefährdung darstellt. Nun muss man schauen, dass der Ersatzhorst für Hansi und Lisa fertig wird, bevor der Baum fällt."

Storchenstation. Hansi und Lisa sind die Störche, die Tielitz den ganzen Winter über mit ihren Eltern Maria und Herbert Schnedl gefüttert hat. Und zwar mit Rinderherz und tiefgefrorenen Eintagsküken, die sie von der Storchenstation in Tillmitsch bezieht. "Wir hatten täglich so an die zwei Stunden Arbeit - die Küken haben wir im Backrohr vorgewärmt, damit die Störche etwas Warmes bekommen." Bereitgestellt wurde das Futter auf einem Platz nahe des Horstes.

Schutz vor Lärm. Vor Silvester wollte Monika Tielitz Hansi und Lisa einfangen, um sie vor dem Raketenlärm zu schützen. "Sie sind aber nicht in die Falle gegangen", so die Zeltwegerin. Sie habe dann mit ihrem Mann von halb sechs Uhr Abend bis halb ein Uhr früh im Freien gewacht, um Krachmacher zu vertreiben. Tielitz: "Einen habe ich zur Anzeige gebracht."

JOSEF FRÖHLICH

Fakten

Die Brutzeit der Störche beginnt laut "Storchenvater" Helmut Haar im April. Bis dahin brauchen die Störche in Zeltweg ein neues Zuhause. Nach sechs Wochen kommen Junge, die weitere zwei Monate im Nest bleiben. "Hansi" und "Lisa" sind seit mehreren Jahren in Zeltweg, haben heuer aber das erste Mal überwintert.

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