Renn-Cockpit fürs Eigenheim
Zeltweger entwickelte für Computerspieler einen Couchtisch, in dem sich ein Cockpit versteckt.

Foto © converttable.euDesigner Markus Rumpold mit seinem "ConvertTable"-Renncockpit
CHRISTIAN PENZ
Nein, mit dem von Bernie Ecclestone ausgerufenen Sparkurs in der Formel 1 hat die Entwicklung von Markus Rumpold nichts zu tun. Die Herren Hamilton, Massa und Co. werden ihre Runden weiterhin auf dem Asphalt ziehen und nicht zu Hause im abgespeckten Boliden Platz nehmen müssen. Für den Computerspieler aber, der auf Autorennspiele abfährt, bedeutet der "ConvertTable" des Zeltweger Designers einen ordentlichen Sprung in Richtung realistischen Fahrspaß. Rumpolds Erfindung ähnelt nämlich nur auf den ersten Blick einem modern designten Couchtisch - mit wenigen Handgriffen lässt sich das Einrichtungsstück ruckzuck ausziehen, in ein Renn-Cockpit verwandeln und an die Spielkonsole anschließen.
"Als begeisterter Rennspieler hat man ja das Problem, dass die Spiele auf den Konsolen immer besser und realistischer werden, man gleichzeitig aber mit einem normalen Joystick wenig Fahrspaß hat. Kauft man sich dann ein Profi-Lenkrad zum Spielen und einen Rennsitz dazu, hat man zu wenig Platz im Zimmer", erklärt der 29-jährige Obersteirer. Dieses Dilemma führte Rumpold zum "ConvertTable"-Projekt: "Ich hab' mir gedacht: Warum nicht einfach das Cockpit in einen Couchtisch integrieren?"
Fahrspaß. Gesagt, getan: Der gelernte Maschinenbautechniker begann im Sommer des Vorjahres zu planen und ließ von Tischlern den ersten Bausatz herstellen. Realismus war für den Zeltweger oberste Priorität, bei der Entwicklung des Prototyps wurde er von einem Rennteam aus Deutschland beraten ("sie gaben mir den Tipp, die Pedale und das Lenkrad höhenverstellbar zu machen") und nahm auch bei echten Rennboliden Maß. Ergebnis: "Die jetzige Sitzposition im ausgeklappten Tisch gleicht jener in einem Ferrari", zeigt sich Rumpold stolz. Platz hat darin jeder, der zwischen 1,20 und 1,93 cm groß ist.
Der Prototyp hat sich bei Tests bewährt, ab Herbst 2009 soll der "ConvertTable" (der Preis wird sich im unteren, vierstelligen Euro-Bereich bewegen) erhältlich sein. Und damit das Cockpit fürs Eigenheim auch zur bestehenden Einrichtung passt, kann der Käufer - mit oder ohne Rennfieber - die Holzsorte und das Design selbst wählen.







