Kurzer Marsch für lange Leidenswege
Erstmals findet am Samstag der Marsch der seltenen Erkrankungen in Wien statt. Ein Steirer ist mit dabei.

Foto © Sonja HaiderKarl Lesjak macht beim Marsch der seltenen Krankheiten mit
Vor rund zehn Jahren marschierte erstmals in Paris eine engagierte Gruppe für Menschen mit seltenen Erkrankungen durch die Stadt. Der "Marche de Maladies Rares" war damals ein großer Erfolg und findet nun heuer erstmals in Wien statt.
Symbolfunktion. Organisiert wird die Wiener Kundgebung von Till Voigtländer, der als Neurobiologe am AKH Wien arbeitet, und Studentin Christine Schragel. "Je mehr Teilnehmer wir haben, desto eindrücklicher wird die Symbolfunktion des Marsches", erklärt der engagierte Mediziner.
Unterstützung. "Es geht darum, Menschen mit seltenen Erkrankungen wie die Schmetterlingskinder oder Personen, die an Creutzfeldt-Jakob leiden, zu unterstützen. Die einzelne Erkrankung mag zwar selten sein, in der Summe machen aber genau diese seltenen Erkrankungen eine große Gruppe aus", weiß Till Voigtländer.
Steirer ist dabei. Auch der Steirer Karl Lesjak wird am Samstag am Marsch in Wien teilnehmen. "Meine Frau ist an Creutzfeldt-Jakob gestorben", so der Weißkirchner, der seine Frau monatelang gepflegt hat und nun über seine Erfahrung auch ein Buch schreiben wird. "Bei meiner Frau haben alle geglaubt, dass sie an Multipler Sklerose leidet. Ich wusste, dass es Creutzfeldt-Jakob ist, aber niemand hat mir geglaubt", sagt Lesjak, der erst von Voigtländer Hilfe bekam. Gemeinsam mit ihm und anderen Betroffenen wird Karl Lesjak am heutigen Samstag, dem 28. Februar (seit zwei Jahren der europaweite Tag der seltenen Erkrankungen), um 10 Uhr am Wiener Rathausplatz losmarschieren.
150 Teilnehmer. "Der Weg zieht sich bis zum Ballhausplatz, wo die Veranstaltung mit einer kleinen Abschlusskundgebung endet", so Voigtländer, der viele Menschen zum Mitmachen motivieren möchte: "Wir erwarten rund 150 Teilnehmer. Aber es könnten noch viel mehr werden. Alle interessierten Leute können mitmachen." Infos unter www.orphanet-austria.at.








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