Kärntner Landeshauptmann: Steirische 50er "Abzocke"
Geschwindigkeitsbeschränkung auf der B 317 bei Unzmarkt ärgert den Kärntner Landeshauptmann Dörfler. Der Bürgermeister kontert.

Foto © Sabine HoffmannDer Kärntner Landeshauptmann Dörfler
Pure "Abzocke" wirft Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) den Behörden im Murtal vor. Grund für seine Aufregung: die 50er-Beschränkung auf einem nur wenige Hundert Meter langen Abschnitt der B 317 bei Unzmarkt. Zwischen den Ortseinfahrten führt die Friesacher Straße vierspurig über eine Kuppe. Bis Mai 2011 durften Fahrzeuge dort mit 70 beziehungsweise 100 km/h fahren. Aufgrund des Einwurfs eines Wiener Juristen, dass sich die Straße im Ortsgebiet befinde, verordnete die damalige Bezirkshauptmannschaft Judenburg - nun BH Murtal - das Tempolimit.
Weil laut Dörfler dort vor allem seine Landsleute abgestraft würden, hat der Politiker nun sogar einen Juristen der Kärntner Landesregierung damit beauftragt, die Situation auf dem steirischen Abschnitt der B 317 zu überprüfen. Im Namen von Dörfler, der in Sachen Ortstafelverrückung ja nicht ganz unerfahren ist, sei der Jurist zu dem Schluss gekommen, dass die Bezirkshauptmannschaft Judenburg ohne Einholung von Gutachten das Ortsgebiet verlängert habe. "So geht's aber nicht!", ärgern sich die Kärntner jetzt.
Rechtlich wurde die Lage durch die Bezirkshauptmannschaft im vergangenen Frühjahr jedenfalls abgeklärt. Man habe die Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt, weil es sich rechtlich um Ortsgebiet handle. Zudem habe man bei Lärmmessungen eine Belastung festgestellt, die ein höheres Tempo sowieso nicht zulasse.
Dörflers Vorstoß sorgt bei Eberhard Wallner, Bürgermeister von Unzmarkt-Frauenburg, für Verwunderung, auch wenn das Tempolimit diskussionswürdig sei: "Ich muss mich als Steirer ja auch an die Verkehrsregeln in Kärnten halten."
Bei der Polizei bestätigt man, im Rahmen der Verkehrsüberwachung täglich auf der B 317 Radar zu messen. Nach einem Jahr müsste das Tempolimit aber auch in Kärnten bekannt sein. Zu schnell seien übrigens vor allem ausländische Skitouristen.







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