"Geld muss für sanften Ausbau bis Dürnstein reichen"
Nach Absage des Ausbaues der S 36 will Bund für zweispurigen Ausbau von Judenburg bis Scheifling zahlen. Bürgerinitiativen wollen aber sanften Ausbau bis Kärnten.

Foto © Fröhlich
SPÖ-Bundesrat Christian Füller hat bereits im Dezember angekündigt, dass der Bund die Kosten für einen zweispurigen Ausbau von Judenburg bis Scheifling übernehmen werde. Für Matthias Göschke, Anwalt der Bürgerinitiativen gegen einen vierspurigen Ausbau, ist das zu wenig. "Es sind bis zu 250 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Dieses Geld darf nicht nur zwischen Judenburg und Scheifling verbaut werden, sondern soll für Verbesserungen bis Dürnstein an der Kärntner Grenze reichen."
Sprecher dieser insgesamt 16 Initiativen ist Gerhard Fötschl aus Unzmarkt. "Wir fordern bei der Umsetzung dieses sanften Ausbaues eine Mitsprache der Initiativen." Fötschl lud gestern gemeinsam mit Matthias Göschke und den Bürgerinitiativen-Vertretern Andreas Gruber-Veit und Hermann Stocker aus St. Peter ob Judenburg zu einer Pressekonferenz in Graz. Unisono forderten die vier Vertreter, dass auch die Gemeinden St. Peter, St. Georgen und Unzmarkt sowie Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch von ihrer Forderung nach einem vierspurigen Ausbau abgehen. "Sonst droht die Gefahr, dass die Ministerin auch das in Aussicht gestellte Geld für den zweispurigen Ausbau streicht."
Verbesserung
Denn das etwas mit der Straße gemacht werden muss, stellen auch die Bürgerinitiativen nicht in Frage. "Gegen eine Verbesserung der Straßensituation haben wir uns nie ausgesprochen." Nun gelte es, bei der Planungen von Umfahrungen oder Unterflurtrassen auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinden einzugehen. "Natürlich soll etwa St. Georgen ob Judenburg eine Unterflurtrasse bekommen, aber eben nicht vier-, sondern zweispurig", sagt Fötschl. Ein sanfter Ausbau habe den Vorteil, dass Transitverkehr durch das Murtal verhindert werde. Ein Vollausbau bis Kärnten würde eine attraktive Strecke für Frächter sein, die um 30 Kilometer kürzer sei als die A2 von Wiener Neustadt über Graz nach Klagenfurt.
Wenn, wie von Göschke gefordert, in Sicherheitsmaßnahmen von Judenburg bis Dürnstein investiert wird, könnte allerdings die 7,5-Tonnen-Beschränkung für Lkw fallen, die nur wegen mangelnder Sicherheit gilt. Dazu Matthias Göschke: "Ich sehe diese Gefahr nicht. Denn bestimmte Stellen, etwa die enge Ortseinfahrt von Neumarkt, sind eben nur dann sicher, wenn das 7,5-Tonnen-Verbot aufrecht bleibt."
Features
CHRONOLOGIE ZUM THEMA VIERSPURIGER AUSBAU
Forderung. Das Thema Ausbau der S 36 ist seit Jahrzehnten heiß diskutiert. Lange war ein vierspuriger Ausbau von Judenburg bis Kärnten eine zentrale Forderung regionaler Politiker, sogar Demonstrationen und Unterschriftenaktionen wurden initiiert. Damals gab es keine Bürgerinitiativen gegen einen Ausbau.
Wende. Die Wende kam mit der Einführung der Lkw-Maut am 1. Jänner 2004. Blitzartig verlagerte sich der Verkehr von der Südautobahn auf die Strecke durchs Mürz- und Murtal. Frächter sparten sich so auf der Strecke Wien-Italien Mautgebühren.
Fahrverbot. Als Reaktion darauf wurde am 17. Juli 2006 ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf der Strecke Scheifling-Dürnstein erlassen. Grundlage dafür sind einige Gefahrenstellen.








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