Thema Ausbau zerreißt die SPÖ
Gegen die Linie der Bezirkspartei stellen sich rote Gemeinderäte in St. Peter, St. Georgen und Unzmarkt. Sie stimmten für Petition, die den sofortigen S-36-Ausbau fordert.

Foto © Fröhlich
Das Thema Ausbau der S 36 wird zur Zerreißprobe für die Sozialdemokraten. Nachdem bekannt wurde, dass Verkehrsministerin Doris Bures das Projekt absagt, fand sich die SPÖ-Führung im Bezirk Judenburg blitzartig damit ab. Man solle sich nun um den bestmöglichen zweispurigen Ausbau kümmern, verkündeten die Landtagsabgeordneten Gabriele Kolar und Max Lercher sowie Bundesrat Christian Füller öffentlich.
Eine Linie, mit der sich die SPÖ-Gemeinderäte in St. Peter ob Judenburg, St. Georgen ob Judenburg und Unzmarkt-Frauenburg nicht abfinden wollen. Das wurde am Donnerstag Abend bei einer Sitzung im Kulturheim St. Georgen deutlich. Politiker aller drei Gemeinden fanden sich dort zu einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung ein.
Auf der Tagesordnung stand eine Petition, die den sofortigen Baustart für das vorliegende Ausbauprojekt fordert (siehe rechts den Wortlaut der Petition). Während klar war, dass die ÖVP-Gemeinderäte für diese Petition stimmen, wurde das Stimmverhalten der SPÖ-Mandatare mit Spannung erwartet. Nach langer Diskussion war klar: Die roten Ortspolitiker ziehen mit. Es war zwar eine Sitzungsunterbrechung notwendig, weil der Unzmarkter SPÖ-Gemeinderat Christian Hauser Bedenken hatte, aber schließlich hob auch er die Hand.
Herbert Ressler, SPÖ-Gemeinderat in St. Peter ob Judenburg, meint: "Ich möchte nicht näher erläutern, was da in den vergangenen Tagen intern los war. Es waren jedenfalls keine schönen Tage." Er habe viel für den Vollausbau gearbeitet: "Das kann man jetzt nicht einfach vom Tisch wischen." Bürgermeister Eberhard Wallner (ÖVP) aus Unzmarkt ist froh über die Einstimmigkeit: "Das ist wichtig, wenn wir noch etwas für eine Sache erreichen wollen, für die wir viele Jahre gekämpft haben."









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