Berufen zum Weltmeister
Werner Wolf (55) aus Spielberg produziert Käse, und das erfolgreich. Für seinen "Erzherzog Johann" gab es bei einer Käse-WM in den USA Gold.

Foto © Josef FröhlichEine runde Sache: Werner Wolf und sein Weltmeistekäse. Den Geschmack hat Wolf schon im Kopf, bevor er eine neue Sorte entwickelt
Dank gebührt unseren Bauern. Ohne die Top-Qualität ihrer Milch wären solche Erfolge undenkbar." Werner Wolf hat zwar einen Weltmeisterkäse entwickelt, gibt die Lorbeeren dafür aber gleich an jene rund 2000 Bauern weiter, die die in Knittelfeld ansässige Obersteirische Molkerei (OM) mit Milch beliefern.
Wolf ist Chef der OM-Käserei, die einen Käse namens Erzherzog Johann produziert. Bei der jüngsten Käseweltmeisterschaft in der Stadt Madison im US-Bundesstaat Wisconsin gab es für diesen Käse die Goldmedaille, und das bei starker Konkurrenz aus aller Welt - 30 Juroren bewerten immerhin rund 2300 Sorten. Erfreulich für die OM: Mit dem Erzherzog Johann gewann sie nach 2008 bereits zum zweiten Mal WM-Gold.
Hauptverantwortlich für den Erfolg ist trotz seiner Bescheidenheit Werner Wolf. Der 55-jährige Käsermeister aus Spielberg fühlt bei seinem Job "eine ähnliche Berufung wie ein Pfarrer". Einen Käse müsse man "schon im Kopf haben, bevor man ihn zu entwickeln beginnt". Wolf muss sich in Mikrobiologie ebenso auskennen wie in Chemie, ihm müssen Bakterienstämme vertraut sein und welche Temperaturen für sie optimal sind.
Um am hart umkämpften Markt erfolgreich zu sein, heißt es tüfteln: "Von 30 Sorten gelingt vielleicht bei einer der Durchbruch." Der Erzherzog Johann Käse gehört dazu. Glaubten beim ersten WM-Erfolg noch manche an Zufall, so ist nun das Gegenteil bestätigt.
Ein Manko sieht Wolf bei sich selbst: "Ich kann oft nicht abschalten, wenn ich aus der Firma gehe, und nehme manches Problem mit nach Hause." Seine Frau Heide höre ihm "dankenswerterweise immer geduldig zu". Wenn er dann doch einmal den Käse Käse sein lässt, geht's im Winter auf die Schipiste, im Sommer aufs Rad oder in die Therme. Oder der Spielberger hört Musik "von steirisch bis zum wildesten Rock, je nach Stimmungslage".









