Kommunistin zieht in den Stadtrat ein
FP und KP siegen in Knittelfeld, Unabhängiger in Lorenzen.

Foto © Sonja Haider
Gut geht es mir nicht." Siegfried Schafarik steht vor dem SPÖ-Parteihaus in Knittelfeld, nippt an einem Glas Wasser; seine Enttäuschung verbirgt er nicht. Drei Mandate minus für die Sozialdemokraten - das alleine schmerzt schon.
Dass die Freiheitlichen drei Sitze gewonnen und die Kommunisten mit einem Mandat plus gar in den Stadtrat einziehen, das schmerzt doppelt. "Wahrscheinlich machen wir etwas falsch - man muss immer nur gegen etwas sein und keine Lösungen anbieten, dann gewinnt man offensichtlich", so sein verbitterter Kommentar. Alles andere als verbittert ist Renate Pacher, die im wenige Meter vom SPÖ-Haus entfernten KPÖ-Lokal eine Feieransprache hält: "Dieses Ergebnis ist ein enormer Rückenwind für die Landtagswahl", sagt sie, bevor die Runde das Glas erhebt.
Sogar FPÖ-Spitzenkandidat Richard Zuber zollt den Kommunisten Respekt: "Sie haben kontinuierliche Arbeit geleistet." Lieber wäre ihm freilich der Sitz im Stadtrat gewesen, den er vor Jahren schon einmal besetzt hat.
Schmerzlich
In Spielberg, der zweiten Stadt im Aichfeld, verzeichnet die SPÖ ein Minus von knapp acht Prozent: "Jetzt liegen wir wieder beim Wert von 2005", sieht es Bürgermeister Kurt Binderbauer pragmatisch. Stark zugelegt hat hier die ÖVP, die so viel gewonnen wie die SPÖ verloren hat. Wegen einer einzigen Stimme hat die SPÖ ein Mandat an die FPÖ verloren. "Diese Stimme kostet uns die Zweidrittelmehrheit", seufzt Binderbauer.
Weder Rot, Schwarz noch Blau haben in St. Lorenzen bei Knittelfeld künftig viel zu reden. Die Unabhängige Bürgerliste St. Lorenzen unter Bürgermeister Hubert Wolfsberger gewann 14 Prozent dazu und hat nun mit fast 55 Prozent der Stimmen die absolute Mandatsmehrheit. "Ich lade aber weiterhin alle zur Zusammenarbeit ein", streckt Wolfsberger die Hand aus. Erfolgreich war auch die zweite Bürgerliste im Bezirk, jene in Großlobming: Hermann Haberleitner, Sohn des früheren ÖVP-Bürgermeisters, holte 16 Prozent. Um genau diesen Wert ist die SPÖ eingebrochen.











