Tierpark-Affäre als Stolperstein für Klasnic
Oststeirisches Ausflugsziel war eines der zentralen Themen der Landtagswahl 2005 und ist nun Gegenstand des Untersuchungsausschusses.

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Die Affäre rund um Herberstein war neben dem Flop des
Projektes Spielberg, der Causa EStAG und dem Bruderkrieg in der
steirischen Volkspartei zwischen den Landesräten Herbert Paierl und
Gerhard Hirschmann eines der zentralen Themen des Landtagswahlkampfes
2005. Nach einhelliger Ansicht aller politischen Beobachter kostete
die Summe dieser Dinge die ÖVP den Wahlerfolg und führte schließlich
zur Demission der Freundin von "Schlossherrin" Andrea Herberstein:
Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Der Bericht des
Untersuchungsausschusses zur Causa wurde im Landtag gegen die Stimmen
der ÖVP beschlossen.
Top-Tourismusziel.
Mit jährlich zwischen 130.000 (2006) und 165.000 Besuchern (2007)
ist der Tier- und Naturpark Herberstein das Top-Tourismusziel in der
Oststeiermark. Der vor 2006 von der Herberstein OEG betriebene
Tierpark rund um das Schloss Herberstein war vor der schicksalshaften
Landtagswahl 2005 nur durch öffentliche Zuschüsse zu erhalten
gewesen. Über diese Subventionen wurde schon länger debattiert - im
Vorfeld der Landtagswahl und in Zusammenhang mit der geplanten
Übernahme des Tiergartens durch das Landesmuseum Joanneum wurde
daraus ein landespolitisches und nicht zuletzt wahlentscheidendes
Hauptthema.
Vertrag aushandeln.
So wurden seit 1986 rund 6,35 Mio. Euro vom Land zugeschossen, die
sich aus Subventionen, einer stillen Beteiligung und anderen
allgemeinen Förderungen zusammensetzen. Nachdem das Land zwar zahlte,
aber keine Mitsprache hatte, erging 2004 der Auftrag vom Landtag an
die Landesregierung, einen neuen Vertrag auszuhandeln. Die
Herberstein OEG ließ wissen, dass man aus eigener Kraft den Betrieb
nicht aufrechterhalten könne: Als sich die Verhandlungen bis weit ins
Jahr 2005 hinzogen, wurde auch unverhohlen mit einer Schließung
gedroht. Den von Kulturreferentin LH Klasnic vorgelegten Pachtvertrag
bezeichnete die SPÖ als "sittenwidrig", da das Land doppelt zur Kasse
gebeten würde.
Soft-Thema.
Die Klasnic-ÖVP, die zuerst in der Rettung des Tierparks ein gut
verkäufliches Soft-Thema gesehen hatte, geriet rasch in die Defensive
- nicht zuletzt wegen der im Zuge der Affäre stark beschädigten
persönlichen Freundschaft zwischen Klasnic und "Schlossherrin"
Herberstein. Vor allem der nach der EStAG-Affäre mit einer eigenen
Liste bei der Landtagswahl - letztlich erfolglos - angetretene
Ex-Landesrat Gerhard Hirschmann forderte Klasnic u.a. mit diesem
Thema offen heraus. Dies war nach Meinung von Politologen wie Anton
Pelinka eine "schlimme Sache für die ÖVP und Klasnic". Der SPÖ unter
LHStv. Franz Voves kam die Sache wie gerufen, sie attackierte Klasnic
selbst kaum, hielt das Thema Herberstein aber immer am Köcheln.
Klasnic-Abwahl.
Der nach der Klasnic-Abwahl im Landtag eingerichtete
Herberstein-U-Ausschuss konnte sich nicht auf einen gemeinsamen
Bericht einigen - dieser wurde schließlich nur mit den Stimmen von
SPÖ, KPÖ und Grünen beschlossen. Die SPÖ ortete die
"Hauptverantwortung bei "Klasnic und ihren VP-Kollegen". Die ÖVP
sprach von einem "einseitigen und unsachlichen Berichtsentwurf" von
KPÖ-Ausschussvorsitzendem Werner Murgg. Dieser hatte damals erklärt,
es sei ohnehin nicht zu erwarten gewesen, dass "die ÖVP sich in
Selbstreflexion übt und die Fehler der Vergangenheit zugibt".








