Kerzen, Feuer, Staub
Ein heikles Thema: Osterfeuer im Murtal.

Foto © Hoffmann
Früher, da gingen die Bauern mit dem Osterlicht von der Auferstehungsmesse nach Hause, zündeten damit ihr Osterfeuer an. Heute regiert König Kommerz, und "die Vereine machen ihr Geschäft", meint Seckaus Tourismusobmann Willibald Eisenbeutel. Er erinnert an das römisch-katholische Ritual, wonach der Priester mit der Osterkerze, entzündet an dem vor der Kirche geweihten Feuer, in die finstere Basilika einzieht, dreimal das Lumen Christi singend.
Die Erbauer großer Haufen wie die Seckauer Traktoroldies oder die Feuerwehr Farrach - "acht Meter wird er schon werden", freut sich Kommandant Ewald Streit, haben andere Schmerzen: Dass bloß keine durch die Gegend ziehenden Gangs die dürren Gebilde vor ihrer Zeit abfackeln. Eisenbeutel: "Ein massives Problem in den vergangenen Jahren, gar nicht ungefährlich, weil die Feuer unbeaufsichtigt sind."
Insbesondere bei der Trockenheit derzeit, wie auch Helfried Kreiter vom Umweltreferat Judenburg meint. Und der Feinstaub-Schwall am folgenden Tag? "Da wäre es gescheiter, endlich bei der Dauerbelastung Verkehr etwas zu tun", drückt Kreiter ein Brauchtumsauge zu.
Apropos trocken: Im Bezirk Murau darf laut Bezirkshauptmann Wolfgang Thierrichter gemäß einer Verordnung nach dem Forstgesetz kein Feuer im Wald oder in Waldnähe entzunden werden. Bedrohung Funkenflug nämlich. Die Farracher Feuerwehrmänner sorgen vor: Sie spritzen mit dem Tankwagen die Umgebung ihres Osterfeuers, im Fall des Falles ist ja auch das Rüsthaus ums Eck.
Brauchtumsfeuer sind auch in Sanierungsgebieten wie in etlichen Gemeinden im Ballungsraum Knittelfeld zulässig, von 15 Uhr bis 3 Uhr früh. Verheizt werden darf aber nur "trockenes, biogenes Material", erinnert Wilhelm Schnedl von der Bezirkshauptmannschaft. "Brandbeschleuniger" sind tabu und die Sicherheitsbestimmungen wie der Abstand zu Gebäuden, Straßen, Energiezentren einzuhalten.









