Zwischen Knollihütte, Jochen Rindt und hartem Stahl
Das Murtal, ein Film. Faszinierend, rau. Ein Kleinod von Qualität einer Universum-Doku. Regisseur Alfred Ninaus feiert heute Premiere in Judenburg. Übt Kritik an der Urlaubsregion.

Foto © Kleine Zeitung/Bettina Oberrainer Dreh hoch über Judenburgs Zentrum
In kraftvoller Eleganz breitet der Steinadler seine Schwingen über dieses Land, das in seiner vielfältigen Einzigartigkeit betört und fordert, fasziniert und überrascht. Viele Einheimische erst, bekommen sie von außen ihr Juwel präsentiert. Ein Juwel, das den Wandel von der Industrie zum Tourismus, von der Ausbeutung bis zum Einklang mit der Natur vollzieht: das Murtal. Regiemeister Alfred Ninaus hat es in einen Film von der Qualität einer Universum-Dokumentation gebettet, ließ sich doch auch Edelstimme Franz Robert Wagner als Sprecher bewegen.
Heute Abend ist Premiere in Judenburg, am Sonntag zeigt ORF 2 eine 25-minütige Fassung (18.25 Uhr), am 6. September 3sat die vollen 45 Minuten (19.10 Uhr).
Sie haben es in sich. Reisen durch die Jahreszeiten ein Stück entlang der Lebensader Mur, in gewaltigen Bildern. Von Knittelfeld, "der heimlichen Eisenbahnerhauptstadt Österreichs", über Judenburg, das "erkannt hat, dass es mehr bieten muss als harten Stahl", bis zu den Bierbrauern in Murau. Von den Seckauer Alpen über die Fohnsdorfer Kumpel und dem Ikonen malenden Abt Otto bis zum Ursprungsquell und dem Almabtrieb im Lachtal.
Jochen Rindt ist dabei wie Samson und die Sennerin auf der Knollihütte, die Steirerkas anrührt. Romantik begegnet rauer Schönheit, unverfälschtes Almleben reiht sich an High Tech. Aus 30 geplanten wurden 60 Drehtage, aus 140.000 Euro Budget wurden 165.000. Der Film, gefördert von den drei Leader-Regionen, Gemeinden, Land, den Fernsehanstalten und RAN-Film, ist noch nicht ausfinanziert.
Skandalös
Die Ablehnung eines Beitrages von 20.000 Euro seitens der Urlaubsregion Murtal empfindet Alfred Ninaus als skandalöse Ignoranz, die Urlaubsregion verweist auf die geleisteten Beiträge der einzelnen Tourismusverbände. "Hier gibt es das Murtal in einer geballten Ladung im TV - eine unbezahlbare Werbung", schüttelt Alfred Ninaus den Kopf über jene, die die Region eigentlich vermarkten sollen.
Mit dem Film selbst ist der Regisseur "sehr zufrieden". Angetan haben es ihm vor allem das Krakautal, Greim, Zirbitz und die Eselsberg Alm. Auch Seckau sowie das wunderbare Judenburg: "Da müsste man wirklich Geld in die Hand nehmen, um die Altstadt stärker zu revitalisieren!"
Als "großartig, herzerfrischend" lobt Ninaus die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, die köstliche Verpflegung. Und Leader-Manager Josef Bärnthaler, der als Projektmotor alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, damit die Klappen fallen konnten.








