Feiertag für den Handel als Gefahr für den Sonntag
Der 8. Dezember hat sich als fünfter "Einkaufssamstag" etabliert. Die Kirche stemmt sich gegen die weitere Aushöhlung von Sonn- und Feiertag.

Foto © APAAm Montag herrscht reges Treiben in den Einkaufszentren.
Für die steirischen Einkaufszentren und Großmärkte ist der 8. Dezember längst kein Thema mehr. Der Marienfeiertag ist für den Handel inzwischen der fünfte Einkaufssamstag im Advent. Und selbst die Kirche hat die vom Gesetzgeber geschaffenen Fakten akzeptiert. Wenn sie auch den Marketing-Schachzug von Billa, am 8. Dezember nicht mehr aufzusperren, mit Sympathie zur Kenntnis nimmt. Dennoch betont Diözesanbischof Egon Kapellari: "Eine Konsumschelte werden Sie von mir nicht hören!"
Krise. Die Kirche wisse - gerade in Zeiten der Krise - um die Bedeutung des Handels und des Konsums für Wirtschaftslage und Arbeitsplätze, betont der Sprecher der Diözese Graz-Seckau, Georg Plank. Dennoch appelliert er an die Steirer: "Jeder, der am 8. Dezember nicht einkaufen geht, setzt ein wichtiges Zeichen gegen den Trend, Ruhetage auszuhöhlen." Denn die EU mache Druck, dass auch der Sonn- und andere Feiertage normale Einkaufstage werden sollen. Und dagegen stemme sich die Kirche gemeinsam mit den Kammern und der Gewerkschaft.
Keine Zeichensetzung. Die Wirtschaft will von Zeichensetzungen durch Konsumverzicht nichts hören. Silvia Gugl von Kastner & Öhler streicht die Bedeutung des Feiertags für den Handel hervor: "Der 8. Dezember ist der Familieneinkaufstag, der immer stärker wird." Die Leiterin des Grazer Shopping Center West, Angelika Gröschl, weiß um den Andrang: "Obwohl unsere Geschäfte erst ab 10 Uhr öffnen, sperren wir die Gastronomie bereits um acht Uhr auf. Weil die Kunden sich morgens schon beim Kaffee für die Shopping-Runde aufwärmen."
Spar hält offen. Auch die Supermärkte von Spar-Steiermark werden ihre Tore - anders als Mitbewerber Billa - am Montag geöffnet halten, sagt Spar-Direktor Erwin Schmuck: "Es geht uns um Kontinuität, auch wenn der 8. Dezember im Lebensmittelbereich nicht so umsatzstark ist." Deshalb habe man heuer ein 99-Euro-Lockangebot mit Reisegutscheinen für die Landeshauptstädte im Programm, um in den Filialen die Frequenz zu sichern.
Features
Einkaufs-Feiertag
Seit 1995: Vor 13 Jahren einigten sich die Sozialpartner, dass der Handel zu Mariä Empfängnis die Geschäfte zwischen 10 und 18 Uhr öffnen darf. Die Kirche sieht die Entwicklung von Anfang an sehr kritisch. Die Kunden nehmen den Einkaufstag gut an.
Überstunden: Die Arbeit für den Feiertag ist freiwillig. Mitarbeiter bekommen zur normalen Entlohnung 100 Prozent Überstundenzuschlag und Ersatzfreizeit.








