Post: Sparkurs vergrault die Partner
Gleiche Leistung ums halbe Geld? Die Post kann's und legt ihren Partnern neue Verträge vor. Essenz: Sie sollen viel weniger Geld bekommen. Proteste sind angesagt.

Foto © APAHonorar der Partner soll sich zukünftig an ihren Umsätzen orientieren
Als vor einigen Jahren die Schließungswellen von Postämtern über das Land rollten, versuchten die Bürgermeister zu retten, was zu retten war. Sie halfen der Post, Private zu finden, denen das Betreiben einer Postservice-Stelle als Zusatzeinnahme angepriesen wurde. Fand sich keiner, übernahmen es die Gemeinden selbst. Wie im oststeirischen Fischbach. Dort bekam die Gemeinde bisher rund 220 Euro pro Monat, dafür wickelte sie alle Geschäfte der Post außer der Geldgeschäfte ab. Im obersteirischen Seckau sprang die Benediktinerabtei ein. Für monatlich 234,76 Euro.
Verträge. Das funktionierte klaglos, bis im Frühling alles anders werden sollte. Die Post legte ihren Partnern neue Verträge vor. Darin wurde berechnet, wie viel die einzelnen Partner umsetzen. Ihr Honorar sollte sich ab nun an diesen Umsätzen orientieren. Für Fischbach hieße das, anstelle der 2760 Euro pro Jahr käme man auf nur mehr 500 bis 600 Euro. Seckau auf rund 150 Euro monatlich.
Druckmittel. Nicht nur das erzürnt die Partner, auch die Umgangsformen der Post tragen dazu bei. Franz Doppelhofer, Bürgermeister von Fischbach: "Da wird versucht, auf Kosten der Gemeinden zu sparen. Diese werden unter Druck gesetzt, weil man wohl meint, wir Bürgermeister könnten es uns nicht leisten zuzusperren." Unterschrieben hat er noch nicht. Unter Druck ist auch der Seckauer Gemeindechef Simon Pletz. Nachdem die Abtei der Post signalisiert hatte, den neuen Vertrag nicht anzuerkennen, kam die Post zu ihm. Gespräche, die Gemeinde möge den Betrag, den die Abtei mit dem neuen Vertrag verliert, zuschießen, soll es gegeben haben. Pletz will davon im Moment nichts hören: "Wir bemühen uns, die Postservicestelle zu erhalten. Das heißt aber nicht, dass wir das zahlen."
Verhandlungen. Das würde auch nichts helfen. Abtei-Wirtschaftsleiter Harald Berger ist nicht bereit, unter diesen Umständen weiterzumachen: "Der Vertreter der Post meinte, die Post sei privatisiert worden, die Aktionäre wollten Dividenden sehen. Die Post privatisiert die Gewinne, die Verluste soll die Allgemeinheit tragen." Der Gemeindebund hat sich inzwischen eingeschaltet und empfiehlt, den Vertrag nicht zu unterschreiben. Verhandlungen mit der Post laufen. Die Post argumentiert mit einem österreichweit gleichen System. In Tirol und Vorarlberg sei dies bereits umgesetzt, so Pressesprecher Martin Riedl.
Features
Kommentar
Fakten
Je nach dem Angebot der Servicestellen unterscheidet man zwischen Postpartner und Postservicestellen.
Steiermarkweit gibt es
49 Postpartner,
44 Postservice-









