Prunkvoll, gruselig und kurios
In der Antik-Halle in St. Peter ob Judenburg kommen Liebhaber alter Waren auf ihre Kosten. Ein Besuch inmitten von alten Möbeln, Porzellan, Volkskunst, Bildern, und, und, und...

Foto © M. FröhlichEines der Lieblingsstücke von Stefan Mesaric ist der gotische Prunkscheibendolch
Willkommen in der Welt der Kunst und des Krempels, in der Möbel, Porzellan, Bilder, Glas, Volkskunst und vieles mehr eine vorübergehende Heimat finden und auf neue Besitzer warten. Willkommen in der Antik-Halle in St. Peter ob Judenburg, in der das Herz jedes Liebhabers alter Waren Purzelbäume schlägt.
Zwischen Tausenden Stücken diverser Aussteller können Besucher im ehemaligen Autohaus gustieren - jedes einzelne davon kennt Stefan Mesaric, der sich schon von Kindesbeinen an mit historischer Ware beschäftigt und der die Halle angemietet hat. "Mein Vater hatte bereits ein Antiquitätengeschäft, ich bin also damit aufgewachsen." Immer wieder kommen Menschen in das Geschäft, auf der Suche nach alten Musikinstrumenten, Porzellan oder Schmiedeeisen. Es wird nicht nur verkauft, sondern ebenso angekauft.
Mesaric selbst reist durch halb Europa, um an Ware zu kommen. Es gibt auch Stücke für die Privatsammlung, die er also nicht an die Frau und den Mann bringen will. Einen Menschenfänger etwa aus einer Augsburger Sammlung. Mit der gruseligen Rarität aus dem 17. Jahrhundert wurden einst - wie der Name schon verrät - Menschen gefangen.
Walfischknochensessel
Eine andere Besonderheit ist der um 1870 entstandene Walfischknochensessel aus Norwegen. Sieht zwar nicht sonderlich bequem aus, dafür aber umso kurioser. Oder der Prunkscheibendolch. Auch hier ist der Name Programm. "Er heißt so, weil er prunkvoll ausgearbeitet ist", erklärt Mesaric. Das Utensil zum Zustechen stammt aus dem 15. Jahrhundert. Woher er immer weiß, wie alt und wertvoll die Stücke sind? "Das macht die Erfahrung. Außerdem habe ich gute Kontakte zum Dorotheum, die mir notfalls weiterhelfen."
Angefangen hat in St. Peter alles vor rund einem Jahr mit einem Flohmarkt, der immer samstags stattgefunden hat. Den wöchentlichen Flohmarkt - bei dem jeder, der Lust und Laune hat, ausstellen kann - gibt es nach wie vor. Zudem hat die Antik-Halle von Mittwoch bis Samstag zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.
Favoriten
Die exponierte Lage neben der Bundesstraße führt natürlich dazu, dass auch viele Durchreisende gerne einen Stopp einlegen. Besonders beliebt seien derzeit bäuerliche Produkte und frühes Biedermeier. Die Favoriten des 31-Jährigen sind Stücke aus der Gotik oder Renaissance - Waren, die schwer aufzutreiben sind.
Er selbst sei museal eingerichtet. Stefan Mesaric schmunzelt: "Bis auf Fernseher und Bett: Ich lebe mit dem Alten und für das Alte."








