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Zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 um 18:27 UhrKommentare

Wunsch nach Belebung der alten Heilquelle

Ein Wasserschatz schlummert in Fentsch nahe der S 36 in St. Marein bei Knittelfeld. Einst war es eines der heilkräftigsten Wässer Europas, jetzt gibt es erste Ansätze einer neuen Nutzung.

Auf Höhe der Hütte am Ende der Allee stand einst Brunnehaus und mehrere Betriebs

Foto © Josef FröhlichAuf Höhe der Hütte am Ende der Allee stand einst Brunnehaus und mehrere Betriebs

Heute erinnert noch eine kleine Hütte am Ende einer Allee an einen einst florierenden Betrieb. Um 1900 wurden jährlich rund 200.000 Flaschen eines Wassers verkauft, das Experten damals als eines der heilkräftigsten Europas einstuften.

"Sauerbrunn". Südlich des Sulzberges in Fentsch (Gemeinde St. Marein bei Knittelfeld) entsprangen mehrere Quellen, die schon in der Römerzeit bekannt gewesen sein dürften. Lange Zeit nutzten die Einheimischen den "Sauerbrunn", der auch gut gegen den damals typischen steirischen Kropf half. Kommerziell genutzt wurde das Wasser von 1873 bis 1969. Der Flaschenversand erfolgte in mehrere europäische Länder und bis Afrika. Das "Fentscher Wasser" soll unter anderem den Stoffwechsel gefördert und die Nierentätigkeit angeregt haben. Auch schleimlösende Wirkung bei Atmungsorganen und ein positiver Einfluss auf das Gefäß- und Nervensystem wurde dem Wasser nachgesagt.

"Schatz heben". Heute ist von der einstmaligen Fentscher Quelle und der Lorenzer Quelle nichts mehr zu sehen. Sprengungsarbeiten anlässlich des Baues der nahen Schnellstraße in den siebziger Jahren sollen zum Versiegen beigetragen haben. Bürgermeister Wolfgang Kuhelnik sieht aber einen Hoffnungsschimmer für die Wiederbelebung. Bei einem Lokalaugenschein signalisierte die Familie Vollmer als Grundeigentümer Interesse an einer Revitalisierung der Fentscher Mineralquellen. "Ich möchte bei der Suche nach Möglichkeiten und Investoren aktiv mitwirken, damit dieser seltene Schatz vielleicht wieder gehoben werden kann", hofft Kuhelnik. Ein erster Schritt wären Bohrungen, um wieder auf das Wasser zu stoßen.

Versuch Fruchtlimonade gescheitert. Das Aus für die Abfüllung des Wassers kam im Jahr 1970. Zuvor hatte der Getränkefabrikant Anton Mitter aus Liesingau bei Mautern versucht, den Säuerling als Fruchtlimonade zu verkaufen. Der Fruchtextrakt und das Wasser ergaben in Kombination jedoch eine schaurige Farbe, so dass der Versuch scheiterte. Alle Gebäude, so auch das Brunnenhaus, sind längst dem Erdboden gleich gemacht.

JOSEF FRÖHLICH

Fakten

Name. Der Sulzberg in St. Marein bei Knittelfeld wurde im Jahr 1447 erstmals schriftlich genannt. Orts- und Flurnamen, die das Wort Sulz enthalten, deuten immer auf Vorkommen von Sauerwasser hin.

Hilfe. Geholfen haben soll das Wasser bei Katarrhen, bei Anämie und mehr. Auffällig ist der hohe Anteil von Strontium. Das Sauerwasser hat auch einen hohen Jod- und Chloridgehalt.

Versand. Ende des 19. Jahrhunderts erreichte der Versand mit jährlich rund 200.000 Flaschen den Höchststand, 1926 waren es 135.000 Flaschen. Die Abfüllung wurde 1969 eingestellt.

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