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Zuletzt aktualisiert: 23.04.2012 um 19:00 UhrKommentare

Tödlicher Trabi-Unfall: "Er war so stolz auf das Auto"

Jener 30-Jährige, der mit seinem Trabi am Samstag tödlich verunglückt ist, war erst seit Ostern im Besitz des Oldtimers. Nur einige Tage vor dem Unfall hatte es ein Gebrechen gegeben.

Foto © FF Knittelfeld

Große Bestürzung herrscht nach dem tragischen Unfall Laszlo G. (30), der am vergangenen Samstag bei einem Auffahrunfall auf der Murtalschnellstraße (S 36) am Steuer seines Trabant starb. Den Wagen hatte sich der in Leoben wohnhafte Ungar erst vor rund zwei Wochen zugelegt. "Er war so stolz auf das Auto", erzählt ein Bekannter des Verunglückten.

"Ich fahr nur noch 70 km/h"

Bei dem Kombi-Trabi habe es sich um ein besonders seltenes Stück gehandelt. "Alles war an dem Wagen original, keine einzige Schraube ein Nachbau", so der Obersteirer. Nur zwei Tage vor dem dramatischen Unfall hatte ihm der 30-Jährige den Oldtimer vorgeführt. Wie berichtet war Laszlo G. am Samstag auf der Murtalschnellstraße in Richtung Wien unterwegs, als ihm ein Knittelfelder auffuhr. Weil sich an den Sitzen des Oldtimers keine Nackenstützen befinden, erlitt der 30-Jährige einen Genickbruch. G. starb noch an der Unfallstelle.

Der 30-Jährige war zuletzt damit beschäftigt, beim Berufsförderungsinstitut bfi die Berufsreifeprüfung zu erlangen. Nebenbei träumte G. stets davon, einen Oldtimer zu besitzen. Zu Ostern beschenkte sich der Ungar schließlich selbst mit dem Trabi, den er in seiner Heimat restaurieren ließ. Innerhalb weniger Tage wurde der Wagen für den 30-Jährigen, der sich demnächst einem Oldtimerklub im Bezirk Leoben anschließen wollte, zum Albtraum.

Denn schon bei einer der ersten Ausfahrten trat gab es einen kapitalen Schaden. In der Nähe von Graz probierte der 30-Jährige seinen fahrbaren Untersatz aus. Dabei beschleunigte er den Trabi bis an die Belastungsgrenze, ehe bei rund 100 km/h das Getriebe streikte. G. brachte seinen Oldtimer wieder zurück nach Ungarn, wo er ihn reparieren ließ. Am Donnerstag, zwei Tage vor dem Unfall, sagte G. noch zu seinem Bekannte, er werde mit dem Auto nicht mehr so schnell fahren: "Jetzt fahr ich nur mehr 70 km/h, damit das Auto nicht noch einmal kaputt wird." Möglicherweise war die relativ geringe Geschwindigkeit auf der S 36 ein Mitgrund für den folgenschweren Zusammenstoß, den der 30-Jährige mit dem Leben bezahlte.

RAINER BRINSKELLE

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