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Zuletzt aktualisiert: 04.07.2012 um 20:18 UhrKommentare

Einsturzgefahr noch nicht gebannt

Nach dem großen Unwetter: In Obdach, Eppenstein, Amering und St. Anna am Lavantegg kämpften 154 Feuerwehrmänner stundenlang gegen Wasser und Schlamm. Nun wird aufgeräumt.

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In der Obdacher Einsatzzentraler der Feuerwehr ging es gestern Vormittag turbulent zu. Nach den verheerenden Unwettern am Dienstag Nachmittag waren besonders die Gemeinden Amering, Eppenstein, St. Anna am Lavantegg und Obdach von schweren Schäden betroffen gewesen. Die Einsatzkräfte waren die ganze Nacht unterwegs (siehe Seiten 18/19). Im Hochwassergebiet haben 13 Feuerwehren die ganze Nacht durchgearbeitet. Friedrich Quinz, Bezirkskommandant des Bereichs Judenburg, klärt auf: "Wir hatten 154 Männer und 38 Fahrzeuge im Einsatz. Das Schadensausmaß wird gerade eruiert. Es handelt sich um sehr große Gebäudeschäden und Verklausungen."

Stundenlang saß Feuerwehrmann Heinz Kompare im Funkraum des Obdacher Rüsthauses und hielt mit seinen Kollegen im Außendienst Kontakt. "Heute sind 22 Männer der Feuerwehr Obdach unterwegs, um Schäden zu beseitigen", weiß Kompare, der bis vier Uhr früh von Dienstag auf gestern am Funkpult Wache hielt. In erster Linie müssen überflutete Keller noch ausgepumpt werden. Der Obdacher Bürgermeister Peter Köstenberger war einer der ersten Helfer, die an Ort und Stelle waren.

Ersthilfe

"Mir war es wichtig, sofort in das betroffene Gebiet zu fahren. Die erste Hilfe ist die wichtigste", meint der Ortschef. Auch sein Ameringer Amtskollege Peter Bacher ist seit Stunden auf den Beinen, um die Lage zu sichten und den Leuten ein wenig Mut zu machen. "Für mich hat sich ein katastrophales Bild geboten. Die Situation ist nicht einfach für uns. Es sind viele Wegstücke weggerissen worden, die Infrastruktur muss erst wieder hergestellt werden", so Bacher. Der größte Schaden in der Gemeinde Amering ergab sich durch das Übertreten des Lauslingbaches. Besonders betroffen waren die Rudolf-Falb Gasse und alle direkten Anrainer des Lauslingbaches. "Einige Häuser sind sogar einsturzgefährdet. Hier müssen Erstmaßnahmen gesetzt werden. Es ist einfach erschreckend", so Bacher.

Wenigstens eine gute Nachricht kommt aus der Gemeinde Hohentauern, die vor Kurzem ebenfalls von schweren Unwettern und Verwüstungen heimgesucht worden ist. Die Triebener Straße (B114) könnte ab morgen zumindest teilweise wieder befahrbar sein. Dies teilte Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann gestern mit.

SONJA HAIDER-KRÄTSCHMER

Die Katastrophe

Bis zu 177 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden binnen eineinhalb Stunden im Bereich Obdach gemessen. Über die vier Gemeinden Amering, Eppenstein, Obdach und St. Anna wurde von der Behörde die Katastrophe festgestellt.

Der Granitzenbach war im Bereich Obdach und Weißkirchen aus den Ufern getreten, zahlreiche Gebäude wurden zum Teil stark beschädigt. Garagen und Wirtschaftsgebäude sind weggerissen worden. In Kathal musste eine Familie aus ihrem Wohnhaus geborgen und evakuiert werden. Die B78 Obdacher Straße war vorübergehend wegen Überflutung gesperrt. Nachdem das Wasser zurückging, wurde die Fahrbahn mittels Schneepflügen gereinigt. Der Granitzenbach hatte schon Ende Februar wegen eines Eisstoßes und damit verbundenen Überflutungen Probleme bereitet.

In Eppenstein entgleiste ein Güterzug, weil der Gleiskörper samt Bahndamm weggeschwemmt worden war. Zwei Waggons sprangen aus den Schienen und stürzten um. Die am Mittwoch eingeleitete Bergung der beiden Loks und der Waggons erwies sich als besonders schwierig. Wegen des schweren Schadens am Oberbau und wegen Murenabgängen auf der Strecke zwischen Obdach und Bad St. Leonhard (Kärnten) dürfte die nur für den Güterverkehr genutzte Strecke zwei Wochen gesperrt bleiben.

Laut Bezirksfeuerwehrkommandant Friedrich Quinz waren 13 Feuerwehren und 154 Feuerwehrmänner im Einsatz. Die Aufräumarbeiten waren gestern noch lange nicht abgeschlossen.

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