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Zuletzt aktualisiert: 09.05.2012 um 21:34 UhrKommentare

115 Millionen Euro für Pöls

Großinvestition in der Obersteiermark: Die Zellstoff Pöls AG investiert in eine neue Papiermaschine und schafft so 30 zusätzliche Arbeitsplätze.

Foto © Thomas Leitner

Die Zellstoff Pöls AG setzt ihren Expansionskurs am obersteirischen Standort fort. Nachdem seit 2005 bereits 100 Millionen Euro in den Ausbau der Zellstoffproduktion investiert wurden und zuletzt 50 Millionen Euro in die Erzeugung erneuerbarer Energie inklusive einer Dampfturbine und dem Aufbau eines regionalen Fernwärme-Netzes geflossen sind, rüstet man jetzt die Papierproduktion großzügig auf: Um 115 Millionen Euro wird eine neue Papiermaschine zur Produktion von gebleichtem Kraftpapier gebaut, kündigt Geschäftsführer Kurt Maier im Gespräch mit der Kleinen Zeitung an.

Damit soll die Jahreskapazität von derzeit 14.000 auf 80.000 Tonnen erhöht und der Anteil am gesamteuropäischen 800.000- Tonnen-Markt auf zehn Prozent hinaufgeschraubt werden. "Mit der neuen Papiermaschine tragen wir den steigenden Qualitätsanforderungen auf dem Markt Rechnung", sagt Alfred Heinzel, Chef der Heinzel Group, zu der auch die Zellstoff Pöls AG gehört. Benötigt wird die widerstandsfähige Papiersorte vor allem für hochwertige Verpackungen (Medikamente, Nahrungsmittel).

Durch innerbetriebliche Synergieeffekte wird auch die Zellstoffproduktion in Pöls um 30.000 auf 430.000 Tonnen steigen. 35 der 65 durch den Ausbau zusätzlich geschaffenen Arbeitsplätze will Maier intern, den Rest durch Neuanstellungen besetzen. Der Gesamtmitarbeiterstand in Pöls, wo zuletzt rund 200 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet wurden, steigt somit auf 380.

Der Baubeginn für die neue Anlage ist für Juni avisiert, die Bauzeit soll 18 Monate betragen. Eigene Genehmigung ist keine erforderlich, weil man schon im Rahmen eines konfliktbeladenen UVP-Verfahrens vor sieben Jahren die jetzigen Expansionsschritte mitberücksichtigt hatte. "Das kommt uns jetzt zugute", sagt Maier.

Holzpreis macht Sorge

Dennoch sind die Wolken noch nicht ganz verzogen. Denn die heimische Zellstoff- und Papierindustrie bekam vom wirtschaftlichen Aufschwung 2011 wenig mit. Branchenintern sieht man auch für das laufende Jahr wenig Grund zur Euphorie. Die Euro-Krise, der steigende Ölpreis und die Budgetsanierungspakete wirken sich dämpfend auf die Branche aus, befürchtet Wolfgang Pfarl, Präsident der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie. Nach leichten Rückgängen gegenüber 2011 rechnet Maier für die kommenden Monate mit einer Seitwärtsbewegung. Ein Sorgenkind Maiers: "Wir kämpfen mit dem hohen Holzpreis-Niveau."

KLAUS HÖFLER

FAKTEN

Die Zellstoff Pöls AG zählt zu den größten Unternehmen im oberen Murtal. Zuletzt wurden mit 350 Mitarbeitern 200 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Die Spezialisten für Langfaser-Zellstoff und Kraftpapier sind Tochter der Heinzel Group, die mit Standorten in Estland und Tschechien zu den größten Herstellern von Marktzellstoff in Mittel- und Osteuropa gehört.

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