"Holz ist kein Druckmittel"
Waldwirtschaftsgemeinschaft geht mit Pölser Forderung nach Ökostromgesetz konform, Holz als Druckmittel entbehre aber jeder Basis.

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Ein Land, in dem Holz beim sprichwörtlichen Fenster hereinwächst, und dann hadert die Zellstoff Pöls AG mit Knappheit und Kosten? Wir berichteten im Zuge der erneuten Forderung der Papierindustriellen nach entsprechenden Ökostrom- und Biomasserichtlinien. Die Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Judenburg liefert als "steirischer Vorzugsschüler" an Pöls, ihren Hauptabnehmer im Faserholzbereich, jährlich 12.000 Festmeter.
Kellerpreise.
In der Vergangenheit gab es viele Probleme: Kellerpreise bis vor zwei Jahren oder die Sturmmisere Kyrill, nach der es viel Sturmholz zu verschneiden gab und die Fabrik weniger Rundholz brauchte. Nun ist laut WWG-Obmann Hubert Pickl-Herk die Lage zwar wieder entspannt, der Preis stimme aber nicht ganz.
Gleichstellung.
"Natürlich sind wir froh, ein solches Werk im Bezirk zu haben, auch die europaweite Gleichstellung des Ökostromgesetzes ist eine berechtigte Forderung der Industrie", betont Pickl-Herk gegenüber der Kleinen Zeitung. Keineswegs okay sei hingegen, dass Waldbauern und Rohstoff-Versorgung als Druckmittel verwendet werden - "das entbehrt jeder Grundlage". Schon seit geraumer Zeit lässt die Konzernführung ja das Schließungsszenario über Pöls schweben, sollten ihre Forderungen kein Gehör finden.
Lieferbeschränkungen.
Ebenso wenig stehen die Lieferbeschränkungen auf der Wunschliste der Waldbauern: Derzeit gibt die Zellstofffabrik nämlich Zufuhrscheine aus, die die Gemeinschaft dann unter den Lieferanten aufteilen muss. "Die Scheine sind Mangelware und wir können nicht die Mengen liefern, die wir haben", klagt ein Forstwirt.
Lieferprofil.
Laut Obmann Pickl-Herk gibt es ein genaues Lieferprofil, wobei auch auf Kontinuität geachtet werden muss - also etwa 1000 Festmeter pro Monat. "In den vergangenen drei Jahren haben wir Vertragsmengen und Lieferprofil aber hundertprozentig erfüllt", so Pickl-Herk.








