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Zuletzt aktualisiert: 10.05.2012 um 13:34 UhrKommentare

Heinzel-Gruppe: 115 Millionen Euro für Papiermaschine im steirischen Pöls

Die Heinzel Gruppe will am obersteirischen Standort Pöls im Bezirk Murtal eine neue Papiermaschine installieren: Steigende Nachfrage nach Kraftpapier machte Kapazitätsausbau notwendig.

Das Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 115 Millionen Euro, wie Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Heinzel am Donnerstag in einer Aussendung ankündigte. Der Baubeginn ist für Mitte 2012 vorgesehen, die Inbetriebnahme für Ende 2013. Mit der Investition wolle man sowohl der steigenden Nachfrage als auch den wachsenden Qualitätsanforderungen im Bereich Kraftpapier Rechnung tragen. Auch im Bereich Führungsebene haben sich bei Heinzel Änderungen ergeben: Der Finanzvorstand der Heinzel Holding hat gewechselt.

Mit der neuen Papiermaschine werde die Kapazität auf rund 80.000 Tonnen jährlich erhöht, hieß es. "Durch die Investition stärken wir den Standort Pöls nachhaltig", so Heinzel. Die Zellstoff Pöls AG, eine Tochtergesellschaft der Heinzel Group, ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller von gebleichtem Langfaser-Sulfatzellstoff in Mittel- und Südosteuropa. Neben dem Hauptprodukt Zellstoff wird in Pöls unter dem Namen "Starkraft" auch hochwertig gebleichtes Kraftpapier hergestellt.

Kraftpapier ist jene Sorte mit der höchsten Festigkeit zur Herstellung von z. B. Papiersäcken, Tragetaschen, Nahrungsmittel- oder hochwertigen medizinischen Verpackungen. Es besteht fast ausschließlich aus Zellstofffasern und hat nur wenige Zusätze wie etwa Leim. Als Rohstoff für die Erzeugung dienen langfaserige Nadelhölzer von zum Beispiel Fichten, jenem Baum mit dem höchsten Anteil in den obersteirischen Wäldern.

Laut Kurt Maier, dem Vorstand der Zellstoff Pöls AG sei die Installation der neuen Maschine für Kraftpapier unabhängig vom angestrebten Ausbau der Marktzellstoffkapazität in Richtung rund 500.000 Tonnen - Stichwort "Pöls 500+".

Im Bereich Management vermeldete Heinzel am Donnerstag einen Wechsel: Heinrich Georg Stahl, langjähriger Finanzvorstand der Heinzel Holding GmbH, wechselt in die EMACS Privatstiftung. Seine Position übernimmt per 1. August die aus Estland stammende Riia Sillave, seit 2004 bei der Heinzel Gruppe, wo sie als Finanzvorstand von AS Estonian Cell tätig war.

Die unter dem Dach der Heinzel Holding vereinte Heinzel Group zählt mit ihren Tochtergesellschaften Zellstoff Pöls AG und AS Estonian Cell sowie der Beteiligung an Biocel Paskov a.s. nach eigenen Angaben zu den größten Herstellern von Marktzellstoff in Mittel- und Osteuropa. Mit über 1.200 Mitarbeitern erwirtschaftete man 2011 einen Umsatz von rund 1,016 Mrd. Euro.

Die Zellstoff Pöls AG verbuchte 2011 mit rund 350 Mitarbeitern rund 200 Millionen Euro Umsatz. Die Firma stellt ORION-Zellstoff her, der als Grundlage für Druck- und Schreibpapiere sowie Zeitungsdruck-, Hygiene-, Etiketten- und Kopierpapiere dient.


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