Hauptplatz verkehrsfrei
Grüne wollen alten Knittelfelder Plan reanimieren, marschierten gestern in Judenburg gegen Sonntagsöffnung und "Einkaufszentrum-Wahn".
Ja, Erwin Webersink kauft sonntags ein - gleich ums Eck, in der Knittelfelder Neustadt. Der kleine Familienbetrieb Zuza, wochentags eher mager frequentiert, profitiert von seinem Service als typischer Nahversorger. Aber nein, die Grünen lehnen eine generelle Sonntagsöffnung natürlich strikt ab, wie der Murtaler Bezirkssprecher und Klubobfrau Sabine Jungwirth gestern in Judenburg untermauerten. Anlass: das seitens der Fohnsdorfer Arena im September geplante Vorpreschen (wir berichteten). Habe mit Nahversorgung nämlich original gar nichts zu tun.
Neben bekannten Argumenten wie Familie, Schutz der Angestellten, Tag der Ruhe, registriert Jungwirth doch den "zeitgemäßen Wunsch der Bevölkerung nach Nahversorgung auch am Wochenende". Fazit: Kleinen Gewerbetreibenden soll die Entscheidung freigestellt sein - vorausgesetzt, der Chef steht selbst im Geschäft.
"Um den Einkaufszentrum-Wahn zu stoppen, brauchen wir eine klare Haltung zur Raumordnung", fordert die Abgeordnete. Erwin Webersink zitiert Verkehrsplaner Hermann Knoflacher: "Einkaufszentren sind Parasiten." Er will den in Knittelfeld im Zuge der Landesausstellung gewachsenen, aber versandeten beziehungsweise seitens der Wirtschaft abgewürgten Plan reanimieren, den Hauptplatz plus Teile anbindender Straßen verkehrsfrei von Autos zu machen: "Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist vorhanden! Jetzt ist der Punkt erreicht, dass sich die Politik trauen muss."
Eher schwarz denn grün sieht der Bezirkschef für den Eurospar in der Stadt, nachdem an der Peripherie nun eine neue Filiale eröffnet. Alles einfach hinzunehmen und nichts dagegen zu tun, sei jedenfalls der falsche Weg.









