Ein Windpark Zeiring wäre derzeit unrealisierbar
Richtige Schritte, aber fehlenden Mut diagnostiziert TauernWind-Chef ob der neuen Ökostrom-Tarife. Oberzeiring läuft zufriedenstellend, für Fotovoltaik lassen Tarife vorerst nur Testanlage zu.

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Es wird nicht oft eisig im Tauernwindpark Oberzeiring, aber in den vergangenen beiden Tagen setzten die Windräder Frostiges an - was sich negativ auf die Energieerzeugung auswirkt. Doch das Eis sorgt nicht für wirklich große Probleme, zumal die Betreiber ein überdurchschnittlich gutes Windjahr 2009 bilanzieren: 44 Millionen Kilowattstunden konnten erzeugt werden, eine Menge ausreichend für 12.500 Haushalte. Kritik rufen vielmehr die vorgesehenen neuen Ökostrom-Tarife hervor, die vielen Anlagenbetreibern zu niedrig sind (wir berichteten).
TauernWind-Chef Johannes Trauttmansdorff betrachtet die Causa differenziert: Die Tarife seien definitiv zu niedrig, um derzeit etwa einen Standort wie Oberzeiring zu realisieren. Weil die Investitionskosten mittlerweile zwischen 60 und 80 Prozent gestiegen sind - durch die weltweite Rohstoffverknappung sowie die Windradverknappung, weil etwa China in großem Stil in die luftige Energie investiert.
Laut Trauttmansdorff sind die Tarife zwar hoch genug, um gerade die bestmöglichen Standorte in Niederösterreich und im Burgenland zu bauen, doch sie sind zu niedrig, um das von der Regierung selbst gesetzte Ökoenergieziel zu erreichen. Volkswirtschaftlich nicht wirklich nachvollziehbar und eine Weiterführung der "Stop-and-go-Politik" a la "schauen wir einmal, was geht." Johannes Trauttmansdorff diagnostiziert fehlenden Mut, zumal Windenergie die mit Abstand billigste Öko-Energieform sei. Und man mit ihr sowie der Kleinwasserkraft am ehesten die angestrebten Ziele erreichen könne.
Andererseits: "Es geht wenigstens ein bisschen etwas weiter, immerhin mehr als in den vergangenen vier Jahren zusammen", ortet der Ökoenergie-Profi zumindest einen Schritt in die richtige Richtung. Und für eine kleine Erweiterung in Oberzeiring, sprich ein oder zwei Anlagen, sollte es sich ausgehen. Heuer werden die dafür notwendigen Windmessungen gemacht, eine Realisierung wäre 2012 möglich.
Unmöglich
Definitiv unmöglich hingegen sei der Bau der geplanten und bereits bewilligten Fotovoltaikanlage südlich der Windräder. Hier gestatten die "katastrophalen" Tarife bloß die Errichtung einer kleinen, gerade nicht kostendeckend arbeitenden Testanlage. Trauttmansdorff: "Die Investitionssumme beträgt zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Wir wollen noch heuer bauen."
Alles in allem: TauernWind ist mit seinem höchstgelegenen Windpark Europas auf 1900 Meter Seehöhe zufrieden. "Man muss sich aber wirklich gut anschauen, wenn man in einen Bergstandort investiert, wo ganz andere Bedingungen herrschen", betont Johannes Trauttmansdorff. "Herausfordernd" nennt sie Betriebsführer Stephan Parrer. Manchmal ist die derzeit 13 Windräder starke Anlage binnen zwei Stunden zugeweht, Wartung wie Instandhaltung gestalten sich schwieriger. "Wir fahren oft mit dem Schidoo, um bis zu 150 Kilogramm schwere Teile zur Anlage zu befördern." Reparaturen können länger dauern, man kommt nicht mit der gleichen Schnelligkeit wie anderswo voran", beschreibt Parrer.
Aber das habe man natürlich von Anfang an gewusst und sich auf die schroffe Natur eingestellt.
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Kommentar
13 Windräder
Der Tauernwindpark Oberzeiring nahe der Klosterneuburger Hütte ist der höchstgelegene Windpark Europas (1900 Meter Seehöhe). Er besteht derzeit aus 13 Windrad-anlagen, die im Vorjahr 44 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugten, eine Menge ausreichend für rund 12.500 Haushalte.
Der Strom wird in das öffentlich-rechtliche Netz der Steweag-Steg eingespeist, welche zur gesetzlichen Übernahme von Ökostrom verpflichtet ist. Die Verteilung erfolgt über eine Regelzone.
2009 war für Oberzeiring ein überdurchschnittlich gutes Windjahr, vor allem das Frühjahr lief großartig, im November allerdings folgte eine Flaute. Zufriedenstellend auch die ersten Jännertage 2010. Heuer laufen Windmessungen, um die Anlage um ein bis zwei Windräder zu erweitern.








