Tatort Obdach: Sechs Barockengel aus Kirche "entflogen"
Nur zwei Engerln sind tatsächlich aus der Barockzeit, die restlichen vier sind Nachbildungen - die Originale wurden vor 29 Jahren gestohlen.
Mit einem Schraubenzieher bewaffnet waren "Engeldiebe" in der Pfarrkirche Obdach am Werk. Sechs Barockengel wurden gestohlen, der Schaden beträgt mehrere tausend Euro. Was die Langfinger vermutlich nicht wissen: Nur zwei der Engel stammen tatsächlich aus der Barockzeit. Die restlichen vier Figuren sind Nachbildungen - die Originale waren im Jahr 1978 aus der Kirche gestohlen worden. Zuletzt sind die Diebstähle in österreichischen Kirchen stark zurück gegangen.
Erschüttert. Pfarrer Thomas Mörtl ist über die Tat erschüttert und gleichzeitig ein wenig ratlos: "Leider kann man nicht wirklich was dagegen tun, wenn Menschen fremdes Eigentum nicht respektieren. Wir können ja unsere Kirchen nicht einfach zusperren. Tagsüber ist unsere Kirche immer offen, das haben die Täter ausgenutzt." Die Diebe spazierten vermutlich zwischen vergangenem Sonntag, dem 16. Dezember, und Dienstag, dem 18. Dezember, in die Kirche und schraubten die wertvollen Kulturgüter bei drei Stationen des Kreuzweges ab.
Originale. Wie Heimo Kaindl vom steirischen Diözesanmusem berichtet, handelt es sich bei den gestohlenen Figuren um so genannte Leuchterengel, die jeweils einen Kerzenleuchter halten. Die aus Holz geschnitzten Engel sind 35 Zentimeter hoch. Die beiden Originale datieren um das Jahr 1750. Der durch den Diebstahl entstandene Sachschaden beträgt "einige tausend Euro", so Kaindl.
Noch keine Spur. Die Polizei tappt auf der Suche nach den "Engeldieben" noch im Dunkeln. "Wir haben zur Zeit leider noch überhaupt keine Hinweise. Der Tatzeitraum ist halt auch sehr groß", bedauert Gruppeninspektor Gottfried Bärnthaler von der Polizei Obdach. Die Zahl der Kunstdiebstähle aus österreichischen Kirchen und Kapellen lag im Jahr 2006 bei 26. Noch 2004 waren 110 Fälle angezeigt worden.









