Weißwurst und reiche Leute
Die Bank Austria braucht einen neuen Chef für die Betreuung vermögender Kunden - Jürgen Danzmayr geht nach München.

Foto © APA Willibald Cernko übernimmt zwischenzeitlich Bereich von Jürgen Danzmayr
Drücken wir es mit einem Bild aus dem Sport aus: Die Bank Austria ist eines der auf Siegeskurs galoppierenden Pferde im Stall der Mailänder Großbank UniCredit. Einige der Jockeys, sprich Topmanager, haben die Pferde gewechselt oder sind dabei, es zu tun.
So wird ab 1. Juli Jürgen Danzmayr, derzeit im Bank-Austria-Vorstand für die Division Private Banking verantwortlich, in gleicher Position zur UniCredit-Bank nach München wechseln. Die Münchner sind, seit sie unterm Dach der UniCredit stehen, eine Schwesterbank der Bank Austria, waren zuvor als Bayerische HVB einmal Mutterbank der Bank Austria.
Danzmayr folgt in München Andreas Wölfer nach, der die Gruppe verlässt. Die Agenden von Danzmayr in Wien übernimmt zwischenzeitlich Bank-Austria-Generaldirektor Willibald Cernko. Cernko, geboren in Knittelfeld, begann seine Banklaufbahn ehedem in der Steiermark in der Raiffeisenkasse Obdach-Weißenkirchen.
Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Danzmayr im Bankgeschäft, war u. a. Chef der Schoellerbank (eine Tochter der Bank Austria), gilt als exzellenter und besonders kundenorientierter Private Banker. In diesen Bereich fallen in der Bank Austria, sagt Pressesprecher Matthias Raftl, Großanleger mit einer verfügbaren Summe von 500.000 Euro im Jahr (früher sieben Millionen Schilling) Anlagepotenzial.
Private Banking ist ein hart umkämpftes Segment. Zu den führenden Häusern in Europa zählen Europas größte Bank HSBC, Barclays, die Deutsche Bank und UniCredit, die ihren Anteil ausweiten will.
Mit dem Abgang Wölfers kommt der UniCredit innerhalb weniger Monate ein weiterer Topmanager abhanden. Im September des Vorjahres hatte der damalige Konzern-Chef Alessandro Profumo seine Funktion quittiert. Ihm folgte an der Spitze Federico Ghizzoni nach. Kurz darauf nahm auch Konzern-Vizechef Sergio Ermotti den Hut. Heuer im März bewarb sich Profumo um einen Sitz im Aufsichtsrat des italienischen Energieriesen Eni.








