"Das Pferd von hinten aufgezäumt"
Landespersonalvertreter Günther Lippitsch kritisiert die Reform heftig.
Sie sprechen von der "Illusion einer Verwaltungsreform". Warum?
GÜNTHER LIPPITSCH: Erstens sind die Kollegen wieder über die Medien informiert worden. Dazu kommt, dass man das Pferd von hinten aufgezäumt hat. Man muss doch zuerst schauen, wie die künftige Leistungsstruktur ausschaut und dann erst Reformen setzen. In den Bezirkshauptmannschaften ist die Arbeit massiv angestiegen. Die Rechtsprechung aus Ländern, Bund und EU muss ja vollzogen werden.
SPÖ und ÖVP sprechen immerhin von zehn Millionen Euro Einsparungspotenzial . . .
LIPPITSCH: Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Da müsste man konkreter werden, wo und für welchen Zeitraum das gelten soll. Die Frage ist, wenn die Leistungsstruktur bleibt, wozu brauche ich eine Reform?
Sie sehen also gar kein Einsparungspotenzial?
LIPPITSCH: Das größte Potenzial sehe ich in einer Aufgabenreform. Die öffentliche Hand muss sich überlegen, was sie künftig noch machen soll. Man muss schon auch schauen, wo es Doppelgleisigkeiten gibt, aber dazu braucht man ja auch den Bund.
Sie kritisieren auch zusätzliche Fahrzeiten für Behördenmitarbeiter. Ist das denn unzumutbar?
LIPPITSCH: Es gibt Mitarbeiter, die müssten künftig bis zu 100 Kilometer am Tag pendeln. Ich gehe aber davon aus, dass es Service- und Außenstellen geben wird. Wir führen in den nächsten Wochen Gespräche, um Härtefälle abzufedern.
Befürchten Sie einen Personalabbau?
LIPPITSCH: Nein, da ich annehme, dass das Auftragsvolumen gleich bleibt. Bei den Bezirkshauptmannschaften ist das ja zu 90 Prozent mittelbare Bundesverwaltung.
Das Lob aus anderen Bundesländern ist für Sie also nicht nachvollziehbar? LIPPITSCH: Es verschließt sich ja niemand einer echten Verwaltungsreform. Das muss aber breit angelegt sein. Man muss auch schauen, wie das bereits funktioniert - und ich sehe nicht, dass Judenburg und Knittelfeld schon zusammengewachsen sind.








Derzeit gibt es hier keine Fotos zu diesem Thema.
