Direktorin mit dem flotten Mundwerk
Karin Bernhard (49) ist die neue Landesdirektorin des ORF Kärnten. Ihre Redekunst brachte die steirische Journalistin zum ORF, den sie nach 30 Jahren in- und auswendig kennt.

Foto © APA/JägerKarin Bernhard
D urch ihr Mundwerk kam Karin Bernhard zum ORF. Dort machte sie Karriere. "Weil ich immer flott und gut geredet habe, dachte mein Vater, der Rundfunk passt zu mir", erzählt sie. Bei einer Führung ergriff er schließlich die Initiative und fragte den damaligen Intendanten, ob seine Tochter, zu der Zeit noch Maturantin, sich nicht bei ihm vorstellen könne. Mittlerweile kann die 49-Jährige 30 Jahre Erfahrung im Journalismus vorweisen. Mit der Ernennung zur Landesdirektorin erfüllt sich für sie ein berufliches Ziel.
Obwohl Bernhard eigentlich Lehrerin werden wollte, bewarb sie sich um eine Stelle als Sprecherin. Den nötigen Sprechunterricht finanzierte sie sich durch Nachhilfestunden. Als sie ihre Fähigkeiten vor den Abteilungsleitern unter Beweis stellen sollte, kam ihr erneut ihre Redekunst zugute. Ihr großes journalistisches Talent wurde entdeckt, prompt konnte sie als freie Mitarbeiterin anfangen.
Bernhard arbeitete in allen Abteilungen des ORF Steiermark "vom Wunschkonzert bis zur Wissenschaft", ehe sie vor 25 Jahren nach Kärnten wechselte. Dort ist sie als stellvertretende Chefredakteurin und Chefin vom Dienst bei "Kärnten heute" tätig. Sie entwickelte die Rubrik "Dabei", ein regionales Gegenstück zu den "Seitenblicken", welche auch in anderen Bundesländern übernommen wurde, und leitet das Magazin "Treffpunkt Kärnten". Den ORF kennt die erfahrene Journalistin inzwischen wie ihre Westentasche.
Berufsbedingt hat sich die gebürtige Knittelfelderin in Kärnten eine neue Heimat aufgebaut. Der Steiermark blieb Bernhard dabei stets verbunden. Wenn Zeit bleibt, besucht sie Freunde und Familie. Gemeinsam mit Ehemann Franz Josef Bernhard, der als Amtsleiter in Heiligenblut arbeitet, erholt sie sich gerne bei einem Urlaub in der Südsteiermark inklusive steirischer Jause und Wein. Das Kernöl darf bei einer gebürtigen Steirerin natürlich auch nicht fehlen. "Einmal im Monat schickt mir meine Schwester eine Flasche."
Mit 1. Jänner 2012 tritt Bernhard die Stelle als Landesdirektorin an. In ihrer neuen Funktion will sie "den Menschen in einer immer komplexer werdenden Welt eine Orientierungshilfe geben". Auch konkrete Neuerungen im Programm des ORF Kärnten hat sie sich schon überlegt. So wären etwa ein Ausbau der Sendezeit für regionale Themen oder Sprachkurse in Italienisch und Slowenisch, passend zur Alpen-Adria-Region, möglich. Trotz Sparkurs im ORF hofft sie, im Landesstudio vermehrt junge Leute aufbauen zu können.
Den neuen Aufgaben will sie sich mit großem Ehrgeiz widmen, dabei aber "stets am Boden bleiben". "Ich hatte einmal das Glück, den Dalai Lama zu interviewen. Er hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, bescheiden zu bleiben", sagt die Landesdirektorin in spe.









