Steirer in Costa Rica ermordet und vergraben
Jetzt ist es Gewissheit: Zwei Steirer wurden in Costa Rica ermordet, die Leichenteile dann vergraben. Eine Leiche wurde nun anhand des Zahnschemas identifiziert. Dem Tatverdächtigen gelang die Flucht.

Foto © Helge O. Sommer
Eineinhalb Jahre lang wurden die beiden Obersteirer Horst Hauser (68) und Herbert Langmeier (66) in Costa Rica vermisst. Jetzt, nachdem ein Hochwasser an der Küste am südlichsten Zipfel des Landes zwei vergrabene Männerleichen freigespült hatte (wir berichteten), konnte einer der Toten, nämlich Horst Hauser, identifiziert werden. Das bestätigt Johann Hauser aus Sachendorf bei Knittelfeld. "Die Identität meines Bruders konnte anhand des Zahnschemas festgestellt werden."
Der zweite Tote konnte nicht mehr identifiziert werden. Doch die Behörden in Costa Rica gehen davon aus, dass es sich um den vermissten Steirer Herbert Langmeier handelt. Weil von ihm keine Zahnunterlagen vorhanden seien und die in Österreich angeforderten DNA-Proben für eine Untersuchung nicht ausgereicht hätten, sei eine Identifizierung nicht möglich gewesen, so die Polizei in Costa Rica.
Herbert Langmeier und Horst Hauser lebten schon seit vielen Jahren in dem mittelamerikanischen Land. Beiden bauten sich ein Haus - Horst Hauser auf einem 27 Hektar großen Anwesen im Regenwald in Puerto Jimenez. Nur 15 Kilometer weiter wurden die vergrabenen Leichen vor wenigen Wochen gefunden.
Leichen zerstückelt
Am 22. oder 23. Dezember 2009 hatte Herbert Langmeier seinen Freund besucht. Johann Hauser erinnert sich: "Langmeier wollte einige Zeit bei meinem Bruder bleiben und mit ihm nach Gold schürfen." Doch dazu kam es nicht mehr. Beide Männer dürften in Hausers Wohnhaus von einer Verbrecherbande ermordet und zerstückelt worden sein. Zumindest deuten Blutspuren darauf hin. In der Nähe der Küste wurden die Leichenteile dann vergraben. Ein Hochwasser spülte sie aber an die Oberfläche.
Die Angehörigen Hausers hoffen nun, dass das Verbrechen endlich aufgeklärt wird, zumal es einen Hauptverdächtigen gibt. Er ist jedoch auf freien Fuß. Johann Hauser: "Bisher hat die Polizei immer damit argumentiert, dass es keine Leichen gibt. Jetzt hat sich die Situation geändert. Die Vermissten wurden tot aufgefunden."
Die Ortsbewohner nennen den Verdächtigen "Bandit". Er soll Anführer einer Verbrecherbande sein, der auch zwei ehemalige Polizisten angehören. Nach dem Verschwinden der beiden Steirer wohnte er sogar im Haus von Horst Hauser. Erst über Anordnung der Behörden musste er wieder ausziehen.
Die Polizei befragte diesen Mann schon vor einem Jahr zum Verschwinden der Steirer, in Haft genommen wurde er nicht. Als kürzlich ein Großaufgebot an Polizisten anrückte, um den Verdächtigen festzunehmen, war er verschwunden. Er soll in den Regenwald geflüchtet sein.








