Steiermark bleibt Stützpunkt
Markus Eibegger im Interview über seine Arbeit als Profi im Iran.
S ie sind seit Anfang Jänner als Radprofi für das Team Tabriz Petrochemical im Einsatz. Wie schaut eine erste Zwischenbilanz aus?
EIBEGGER: Nach einem abenteuerlichen Beginn habe ich nach drei Wochen Trainingslager alle ängstlichen Gedanken, die bei einem Neustart vorhanden sind, verloren. Es ist eine extrem interessante Erfahrung, und man würde ohne Sport niemals in so ein Land kommen.
Wie kann man sich das Leben als Spitzensportler im Iran vorstellen, spürt man etwas vom iranischen Regime?
EIBEGGER: Generell wird man mehr anerkannt als in Österreich und Europa. Die Leute sind freundlich, hilfsbereit. Man kommt als Ausländer sehr weit. Es herrscht eine ganz andere Mentalität, ich würde es organisiertes Chaos nennen. Politik ist kaum ein Gesprächsthema im Team.
Welche Rolle spielt der Radsport?
EIBEGGER: Der Radsport hat in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Mich hat sehr überrascht, dass die Mannschaften sehr schlecht ausgestattet sind, aber nichtsdestotrotz gibt es viel mehr Profis als in Österreich, die davon auch leben können.
Wie schaut es mit dem Medienrummel aus?
EIBEGGER: Das ist auch sehr überraschend. In Österreich liest man vom besten heimischen Radsportteam maximal eine Randbemerkung in der Zeitung. Im Iran ist das vergleichbar wie bei uns mit dem Fußball. Bei Pressekonferenzen drängen sich die Journalisten.
Spürt man Erfolgsdruck?
EIBEGGER: Mich hat überrascht, dass im Iran und Asien zum Unterschied zu Europa die Teamwertung oberste Priorität hat. Es ist wichtig, bestes Team zu sein, aber viel wichtiger ist es, bestes iranisches Team zu sein.
Wie ist es für Sie beim Saisonstart, bei der Tour de Langkawi in Malaysia gelaufen?
EIBEGGER: Mit Rang 15 auf einer schwierigen Bergetappe und Platz 16 in der Gesamtwertung war es zufriedenstellend.
Sie sind ja parallel zu den Renneinsätzen in Asien auch für den RC Knittelfeld in Österreich im Einsatz. Lässt sich das überhaupt vereinbaren?
EIBEGGER: Ja, ich denke schon. In Asien werde ich durchschnittlich eine Woche pro Monat eine Rundfahrt bestreiten und dann gibt es oft eine Pause von zwei bis drei Wochen. Da ist es sicher angenehmer zu Hause Rennen zu bestreiten, als immer zu trainieren. Es ist eine willkommene Abwechslung und man trifft wieder viele Bekannte.
Sie haben daher trotz Ihres Engagements im Iran den Stützpunkt in der Steiermark?
EIBEGGER: Ja, ich würde sagen: Stützpunkt Steiermark und Legionär in Asien. INTERVIEW: ALFRED TAUCHER







