Mysteriöse Rechnung
Handyrechnung eines Obersteirers explodierte in nur 40 Minuten auf fast 800 Euro, obwohl er Telefon nicht nutzte. AK schritt erfolgreich ein.
Der Knittelfelder Guido Zeilinger ist es gewohnt, benachteiligten Konsumenten aus der Patsche zu helfen. Das gelang auch jüngst bei einem Kunden, den eine extrem hohe Handyrechnung schockierte.
In seiner Funktion als Chef-Jurist des Kompetenzzentrums für Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Leoben kümmerte sich Zeilinger um diesen seltsamen Fall. Ein obersteirischer Kunde von T-Mobile hat monatliche Rechnungen in der Höhe von durchschnittlich 70 bis 100 Euro für Telefonie und das Herunterladen von Daten. Er hat acht Gigabyte Datenvolumen, und wenn davon drei Viertel erreicht sind, schickt T-Mobile eine Meldung aufs Handy: "Sie haben 75 Prozent Ihres monatlich inkludieren Daten-Volumens verbraucht." Diese ganz normale Warnung erhielt der Mann auch am 8. November dieses Jahres um 14.41 Uhr.
Allerdings: Nach genau 40 Minuten kam eine weitere Meldung: Wegen eines "massiven Kostenanstieges" sei eine Sperre aktiviert worden, teilte T-Mobile dem Kunden mit. Guido Zeilinger: "Plötzlich hatte der Mann Verbindungsgebühren in der Höhe von fast 800 Euro, obwohl er in den fraglichen 40 Minuten nachweislich keine Dienste beansprucht hat."
Auf Intervention der Arbeiterkammer schrieb T-Mobile den Betrag bis auf einen Selbstbehalt von 50 Euro gut. Der Mobilfunkanbieter spricht von einem "einmaligen Entgegenkommen von unserer Seite", denn das Datenvolumen sei überschritten worden. Wie diese angebliche Überschreitung zustande kam, wird nicht erklärt.
Guido Zeilinger rät allen Handynutzern: "Bei zu hohen Rechnungen Einspruch erheben und ein Streitschlichtungsverfahren bei der Rundfunk- und Regulierungsbehörde anstrengen. Das kann jeder selbst übers Internet machen." Empfehlenswert sei eine Flatrate, mit der das Handy mit einem fixen Tarif unbegrenzt benützt werden kann.








