Durch enge Gassen mit dem Schneepflug
Es schneit und schneit. Dauereinsatz für die Schneepflüger also. Sie befreien Straßen und Gehwege von der weißen Pracht. Wir waren gestern in Knittelfeld mit von der Partie.
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Strumpfhose, zwei Paar Socken, Winterschuhe, langärmliges Shirt, Strickweste, Winterjacke mit Riesenkapuze und Handschuhe: Bekleidungstechnisch gut wintergerüstet machen wir uns auf dem Weg zum Städtischen Bauhof Knittelfeld. Es steht eine Fahrt mit einem Schneepfluggefährt am Programm, doch bei unserer Ankunft sind alle Lkw und Traktoren gerade im Einsatz. Denn: Es schneit!
Wenig verwunderlich angesichts der Wetterlage der vergangenen Tage. "Um die Zeit dürfen wir nicht stehen", grinst Straßenmeister Ferdinand Hörbinger, der viele Jahre selbst Knittelfelds Straßen vom Schnee befreit hat.
Für 55 Gemeindekilometer sind die Mannen des Bauhofs zuständig. Hörbinger erinnert sich an den Jahrhundertwinter 1986: "Eineinhalb Meter Schnee. Das war lustig." Tag und Nacht waren die Schneeräumer damals im Einsatz.
Beschwerden
Dagegen ist der jetzige Wintereinbruch wohl harmlos, genug zu tun gibt es dennoch. Hörbingers Telefon läutet. "Eine Beschwerde", sagt er. Zehn im Schnitt trudeln am Tag ein. "Angesichts der zahlreichen Bewohner in Knittelfeld ein guter Schnitt", findet Bauhofleiter Bernd Rehschützecker. Kuriose Anfragen gebe es natürlich auch immer wieder: "Manche Leute wollen etwa, dass wir den Schnee zu ihren Nachbarn schieben", grinst er. Generell ist er der Meinung, dass die Menschen mehr Verständnis für die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter aufbringen sollten.
Sie sind wenn notwendig Tag und Nacht unterwegs, um Straßen und Gehsteige vom Schnee zu befreien. 1500 Kubikmeter Schnee wechselten alleine in diesem Jahr ihren Standort, wurden zum Knittelfelder Zirkusplatz oder zu anderen Orten verfrachtet. Während wir mit Rehschützecker und Hörbinger plaudern, trudeln nach und nach die Schneeräumer am Bauhof ein. Für eine Jause muss Zeit sein, gegen zehn Uhr stärken sich die Mitarbeiter kurz. Danach nutzen wir die Gelegenheit und steigen in den modernsten Traktor ein, den der Knittelfelder Bauhof zu bieten hat. Grün, riesige Reifen, Schneeketten und natürlich eine groooße Schaufel.
Westentasche
Los geht es. Unser "Chauffeur" ist Johann Brandner, der seit 15 Jahren als Schneeräumer im Einsatz ist und die Stadt wie seine Westentasche kennt. Das ist auch Voraussetzung, um dieser Arbeit nachzugehen, denn so mancher Hydrant oder Fahrradständer kann unter dem Niederschlag schon einmal verschwinden - und sollte nicht unbedingt verräumt werden. Im Traktor rüttelt und schüttelt es uns ordentlich durch. "Jetzt fahren wir in enge Gasserln", kündigt Johann Brandner an.
An das holpernde Fahrgefühl und Traktorgeräusch gewöhnen wir uns rasch, an das Fahren in die Kurven weniger. "Jetzt nimmt er sicher die Mistkübeln mit", denken wir uns und schließen sicherheitshalber die Augen, während wir in die enge Kurve einbiegen. Doch nichts da: Brandner weiß, was er tut. Und das ist die Fahrbahn von Schnee - und nicht von Mistkübeln - zu befreien. Machtlos ist er hingegen, wenn Fahrzeuge die Straßen versperren. Und dies passiert oft. "Es geht hie und da eng herunter", so der 54-Jährige, der den Retourgang einlegt. Weniger Pech für Brandner als für den Autolenker, der mit dem riesigen Schneehaufen neben seinem Fahrzeug weniger Freude haben wird.
Schaufel
Die Schaufel verschiebt sich je nach Bedarf nach links oder rechts, alles geht ruckzuck - und schon biegen wir in die nächste Gasse nahe der Landesberufsschule ein. Da schaufeln die Menschen Schnee, dort befreien sie ihre Autos von den weißen Bergen. Der Schnee steht an diesem Tag eindeutig im Mittelpunkt.
"Manchmal werde ich auch beschimpft", erzählt Brandner. Ob er sich dann nicht ärgert? "Nein, da lache ich drüber", erzählt er. Und erneut steht ein Auto im Weg.











