Von Träumereien, Wehmut und der Krise
Eine Periode ging zu Ende: Ein bisschen Wehmut schwang bei der jüngsten Sitzung des GemeinderatsKnittelfeld mit, bei der der ausgeglichene Rechnungsabschluss Hauptthema war.
Der Volkshilfe werden Subventionen in der Höhe von 90.000 Euro ausbezahlt." Ein kurzes Raunen gab es nach diesen Worten von Finanzreferentin Marion Schlager, die aber sofort korrigierte: "90 Euro sind es." Um die wirklich hohen Summen ging es anschließend, als der Gemeinderat Knittelfeld in seiner jüngsten Sitzung den Rechnungsabschluss 2009 behandelte.
Die Einnahmen und Ausgaben sind mit insgesamt 47,8 Millionen Euro ausgeglichen. "Die Wirtschaftskrise hat uns voll getroffen. Alle Kosten steigen", sehen die Knittelfelder der finanziellen Zukunft bange entgegen. "Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehen immer weiter auseinander", so Schlager. Der Verschuldungsgrad der Eisenbahnerstadt liegt bei 8,6 Prozent.
Für den Rechnungsabschluss gab es quer durch alle Parteien Zustimmung. Manfred Skoff von den Grünen richtete "noch einmal" einen Appell an die Gemeinde, Dienstag Abend war ja seine letzte Sitzung nach der Wahl: "Man sollte sich Gedanken machen, wie Projekte ohne Kredite finanziert werden können", spielte er einmal mehr auf die horrenden Zinsen an, die "uns ohne eine Gegenleistung zu bekommen auffressen".
Die KPÖ fühlte sich durch die Wahl, sie gewann ein Mandat, offenbar gestärkt: "Wir waren immer gegen Gebührenerhöhungen. Diesen Weg werden wir weitergehen", sagte Gemeinderätin Elisabeth Lammer.
Erfolg
Wenig Freude mit dem Erfolg der Kommunisten scheint ÖVP-Vizebürgermeister Markus Schöck zu haben: "Das Wissen über den Kommunismus ist in den Schulen offenbar nicht vorhanden", meinte er, bevor er zum Rechnungsabschluss überging: "An der Krise werden wir vermutlich noch länger nagen. Wir wollen unsere Zustimmung erteilen", so Schöck, die ÖVP sei an einer gemeinsamen Lösung interessiert.
Bürgermeister Siegfried Schafarik: "Ich darf heute ein bisschen träumen." Der Gemeindechef sinnierte etwa darüber, wie es der Stadt ohne dem mit 3,3 Millionen Euro belasteten Geheimkonto ergangen wäre: "Es ginge uns recht gut", sagte Schafarik.
Wehmut
Auf die Träumerei folgte am Ende der Sitzung noch "ein wenig Wehmut": "Eine Periode geht wieder zu Ende, neun Gemeinderäte werden in Zukunft nicht mehr da sein", so Schafarik. Richtung Skoff sagte er: "Irgendwie wirs du abgehen."
Der Bürgermeister fand auch freundliche Worte dafür, dass es in Knittelfeld "keine Wahlschlacht" gab - und kam deswegen noch einmal kurz ins Träumen: "Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft. Ich werde nicht mehr dabei sein, aber vielleicht gibt es in fünf Jahren bei der nächsten Wahl ja nur ein Plakat mit allen Spitzenkandidaten drauf."








