Bahnengolf-Bundesliga: Das Ziel ist das Loch
Die Bahnengolf-Bundesliga gastiert am Samstag und Sonntag in Knittelfeld. Eine gute Gelegenheit, den Sport unter die Lupe zu nehmen. Die Dopingjäger tun das schon lange.

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Man sollte sich ein Beispiel an der WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) nehmen und sofort damit aufhören, Bahnengolf als Sportart zu belächeln. Vor allem, wenn man keine Minigolfanlage von einer Miniaturgolfanlage unterscheiden kann, und nicht weiß, dass die Auswahl der Bälle ebenso groß wie entscheidend ist. Oder dass die Topspieler vor einem Turnier täglich bis zu zehn Stunden trainieren, und die Sache erste Sportpsychologen auf den Plan ruft.
Testpool. Elisabeth Berger-Rella, Wienerin im Dienste des MGC Knittelfeld, und Weltmeisterin Elisabeth Gruber haben es als Bahnengolferinnen auf Grund ihrer Weltranglisten-Platzierungen (sechs bzw. acht) sogar geschafft, im Testpool der NADA (Nationale Anti Doping Agentur) zu landen - neben Schi-Stars, Rad-Assen, Gewichthebern und Leichtathleten. Dopingtests sind im Bahnengolf nichts Neues, die verschärfte Überwachung schon. Die beiden Amateure müssen im Meldesystem namens "Adams" täglich eine Stunde bekanntgeben, in der sie kontrolliert werden können. Umständlich? "Ja, sicher", sagt Berger-Rella. "Und du fragst dich, wie du in den Pool kommst. Doping ist bei uns nicht relevant. Es gibt ja weltweit keinen Bahnengolfer, der davon leben kann."
Nicht verschlucken. Hannes Hahsler, Klub-Boss des MGC Knittelfeld kratzt jährlich sechstausend Euro zusammen, um zwei Bundesligateams aufzustellen. Bei den Damen rekrutierte er die Creme de la Creme der Zunft. Für Nächtigung, Verpflegung "und wenn es sich ausgeht ein Benzingeld". Doping ist für Hahsler nur insofern ein Thema, dass keiner versehentlich etwas schluckt. Wie es beim einzigen Dopingfall in der Bahnengolf-Geschichte der Fall gewesen sein soll. Ein Seniorenspieler hat ein Herzmedikament mit einer verbotenen Substanz erhalten und wurde für zwei Jahre gesperrt.
"Hirn wegblenden". Was Doping beim Bahnengolf bringen könnte? "Einen geraden Schlag hast du bald, aber wenn du im Kopf nicht ruhig bleibst, bist du chancenlos. Es gibt Mittel, die das Hirn etwas wegblenden", sagt Hahsler. Berger-Rella und Gruber haben der NADA für Samstag und Sonntag Knittelfeld als Aufenthaltsort gemeldet. Dort gastiert die Bundesliga.







