Über Geld, das die Region fördert
Das Finanzsystem und seine Fehler: Damit beschäftigt sich der Knittelfelder Manfred Skoff seit Jahren: "Regionalgeld wäre gute Alternative."

Foto © KKManfred Skoff
Der alternative Groschen ist bei Manfred Skoff im Jahr 2005 gefallen: Seither beschäftigt sich der Knittelfelder Gemeinderat der Grünen mit Geld - "eine großartige Erfindung" - und Alternativen zum derzeitigen System. Denn das hat laut Skoff kapitale Fehler: Zinsen und Zinsenzinsen und die Möglichkeit, Geld zu horten. "Solange es ein Zinssytem gibt, wird es immer wirtschaftliche Katastrophen geben", spielt er auf die derzeitige Krise an.
Kritik. Vereinfacht erklärt kritisiert Skoff, dass die Reichen durch das Zinssystem immer reicher werden - ohne dafür eine Leistung zu erbringen. Skoff: "Dadurch geht ein anderer Teil bankrott. Es geht gar nicht anders." Der Transfer gehe von arm zu reich: Die Reichen werden reicher, die Anzahl der Armen steigt an. Auswege über Steuerrecht oder Wirtschaftswachstum würden nicht greifen: "Das Wachstum ist nur notwendig, um Zinsen zu bezahlen", argumentiert Skoff.
Kurzum: Geld soll sich nicht auf den Banken vermehren, sondern in Umlauf gebracht werden. Keine neue Theorie.
Modell. Schon Silvio Gesell (1862 bis 1930) entwarf ein entsprechendes Modell, das im Jahr 1932 zum weltweit beachteten Wunder von Wörgl führte. Während natürlich auch Österreich unter den Folgen der damaligen, globalen Wirtschaftskrise zu leiden hatte - Armut, Arbeitslosigkeit, Not - trotzte Wörgl der Krisenzeit durch die Einführung einer Regionalwährung: Das Geld wurde ausgegeben, somit wurde die Wirtschaft angekurbelt, die Arbeitslosigkeit sank.
Chiemgauer. Nun könnte man ätzen, dass dies viele Jahrzehnte her ist: Regionalgeld gibt es allerdings auch heute noch, prominentes Beispiel ist der deutsche Chiemgauer, der 2003 als Schülerprojekt aus der Taufe gehoben wurde: Insgesamt wurden seither mehr als drei Millionen Euro in Chiemgauer umgetauscht (siehe Bericht links).
Ein Vorteil: "Das Geld fördert die Region, bleibt in der Region und wird nicht an irgendwelche Konzerne abgesaugt", so Skoff, der die Einführung eines "Murtalers" im Hinterkopf hat.
Gemeinderat. Der 43-Jährige spricht auch im Gemeinderat immer wieder das Thema Finanzen an - und liefert auch konkrete Möglichkeiten zu sparen. Zum Beispiel kritisiert er die hohen Zinsbelastungen durch aufgenommene Kredite. Deswegen würde er Gebührenerhöhungen befürworten, wenn der Schritt dazu beiträgt, dass die Stadt in Folge einen kleineren Kredit aufnehmen müsste. "Dafür hätten auch die Bewohner Verständnis, denn dadurch könnte sich die Stadt zigtausende Euro an Zinsen ersparen, die den Knittelfeldern zugute kommen."








