Da hätte selbst Franz Lehar gelächelt
Chinarestaurant statt Wiener Salon: Wolfgang Atzenhofer inszeniert die Lehar-Operette "Das Land des Lächelns" im Knittelfelder Kulturhaus.

Foto © Sonja HaiderWolfgang Atzenhofer inszeniert die Lehar-Operette "Das Land des Lächelns" im Knittelfelder Kulturhaus
Was würde wohl Franz Lehar zu Wolfgang Atzenhofers Inszenierung der Lehar-Operette "Das Land des Lächelns" sagen, die gestern Abend im Knittelfelder Kulturhaus Premiere feierte? Wahrscheinlich würde er lächeln angesichts des Schauplatzes: Im Chinarestaurant statt im Wiener Salon trifft Hauptdarsteller Fausto Reinhardt alias Prinz Sou-Chong auf Traumfrau Lisa von Lichtenfels. Da wird noch rasch beim chinesischen Teestündlein gefummelt bevor sich das Paar gedanklich nach Peking beamt.
Gesamtorganisation. Gesanglich agieren Reinhard und Christine Maria Fasser als Lisa einwandfrei, das Orchester unter der Leitung von Konzertmeisterin Lore Schrettner, die sich für die Gesamtorganisation verantwortlich zeichnet, wunderbar. Die Zeit verfliegt während der Vorstellung, bekanntlich ein gutes Zeichen. Und schwupps landen wir bei Mao Tse Tung im kommunistischen China, wo der tibetanische Gesandte sofort hinausfliegt und Sou-Chong um Lisa wirbt, was Onkel Chang nicht gerne sieht. Lieber ein chinesisches Mädchen.
"Die gelbe Jacke". Dramaturgisch inszeniert Atzenhofer ein buntes Bühnenbild in wilden Komplementärfarben. Grelles Licht setzt er in Kontrast zu den wundervollen Melodien von Franz Lehar, der die Operette nach Victor Leon adaptierte. Das Licht der Welt erblickte das lächelnde Land schon einige Jährchen zuvor unter dem Titel "Die gelbe Jacke". Dieses Kleidungsstück steht noch immer im Mittelpunkt als Zeichen Sou-Chongs Machtübernahme.
Rechte der Frau in China. Passend zum Frauentag am Sonntag das Thema rund um die Rechte der Frau im erzkonservativen Peking, wo am Ende Sou-Chong und Lisa nicht zueinanderfinden. Am Ende landet Fausto Reinhardt wieder im Chinarestaurant.
Ein guter Bekannter. Mit den Profis Reinhardt, Fasser und Barbara Pöltl, die Sou-Chongs Schwester Mi spielt, können auch die zahlreichen Laiendarsteller schauspielerisch teilweise mithalten. Die Vernetzung zwischen Berufsschauspieler und Hobbydarsteller spielt in Lore Schrettners Aichfeld-Operetten immer eine große Rolle. Und dass man so manchen Laien kennt, macht den Abend noch unvergesslicher. Da erkennt man den guten Bekannten als Obereunuchen und mit der feinen Dame hat man selbst geplaudert.
Einstimmung. Alle Jahre wieder toll: der ehemalige Direktor der Judenburger Musikschule Eberhardt Schweighofer, der heuer gemeinsam mit dem zum Kaiser beförderten Knittelfelder Bürgermeister Siegfried Schafarik die Einstimmung vornimmt. Dabei fängt man einfach zu lächeln an.
Features
Fakten
Wo Kulturhaus Knittelfeld
Wann: 8. (17 Uhr) und 9. März (19.30 Uhr)
Inszenierung: Wolfgang Atzenhofer nach Franz Lehar
Dirigent: Heinz Moser
Organisation: Lore Schrettner
Darsteller: Christine Maria Fasser, Fausto Reinhardt, Michael Becker, Barbara Pöltl, Anton Stefan, Heribert Stiegmeier...
Karten gibt es heute Vormittag im MSM Kartenbüro und an der Abendkassa im Kulturhaus.









