Erster "Arzt-Lehrling" im Spital
Medizin-Studentin Sabine Grohs, Fohnsdorf, war drei Monate im neuen Uni-Lehrspital Judenburg.

Foto © Josef FröhlichLerherr Primarius Helmut Seitz erklärt Sabine Grohs die Verletzungen eines jungen Patienten
Grüß Gott, wie geht's Ihnen heute. Haben Sie Schmerzen?" Wenn Sabine Grohs am Krankenbett steht und sich mit umgehängten Stethoskop mit dem jungen Patienten unterhält, geht sie als fertige Ärztin durch.
Offizielles Lehrkrankenhaus. Ein bisschen fehlt ihr dazu allerdings noch. Die Fohnsdorferin absolviert das sechste und letzte Studienjahr an der Medizinischen Universität Graz. Seit Anfang Oktober ist der Spitalsverbund Judenburg-Knittelfeld offizielles Lehrkrankenhaus der Med-Uni, und Sabine Grohs ist die erste Studentin, die diese Praxis-Möglichkeit genutzt hat.
Bilanz. Eingesetzt war sie auf der von Primarius Helmut Seitz geleiteten Unfallchirurgie in Judenburg. Grohs assistierte bei Operationen, half bei der Notversorgung in der Ambulanz und arbeitete auf der Station. "Am interssantesten war für mich eine von Primarius Seitz erfolgreich durchgeführte mehrstündige Operation an der Wirbelsäule einer Patientin, die nach einem Unfall bereits Lähmungserscheinungen hatte", so die Fohnsdorferin. Ihre Bilanz: "Ich war im gesamtem Team voll integriert, man hat mir viel beigebracht und ich hatte viel Spaß."
Wichtige Einrichtung. Für Primarius Helmut Seitz ist das Lehrkrankenhaus eine wichtige Einrichtung: "Zu meiner Zeit waren wir schon promovierte Ärzte, erst dann haben wir die Praxis richtig kennengelernt."
Turnus absolvieren. Die Studenten könnten nun auch "gefestigt und mit weniger Panik" ihren Turnus absolvieren. Sabine Grohs hat auch eine für sie wichtige Erkenntnis gewonnen: "Auf Unfallchirurgie werde ich mich nicht spezialisieren, das ist ein sehr harter Job."
Praktika. Nach Judenburg absolviert Grohs nun weitere Praktika: "Zuerst auf einer internen Abteilung in Berlin, und ab Ende März auf einer Augenheilkunde-Abteilung in Nepal."
Features
Fakten
Der Spitalsverbund Judenburg-Knittelfeld hat derzeit rund 800 Mitarbeiter. 440 davon arbeiten in Judenburg, 360 in Knittelfeld. Im Jahr 2007 lag die Gesamt-Patientenzahl der beiden Spitäler laut Verwaltungsdirektor Walter Hetzel bei rund 15.000. Insgesamt gab es in diesem Jahr 205.000 Ambulanzbesuche. In den Abteilungen Gynäkologie, Allgemein- und Unfallchirurgie wurden 2007 fast 4000 Patienten operiert. Mehr als 1500 davon in der Unfallchirurgie.









