Grazer baut Turm zu Wuxi
Grazer Architekturbüro Wolfgang Wieser plant und betreut Bau des 60.000 Quadratmeter großen Hauptquartiers von Suntech in Wuxi, China.

Foto © wieserarchitektur.comWolfgang Wieser hilft einem Chinesen seinen Traum zu verwirklichen
"Eigentlich sind wir ein vielseitiges Architekturbüro und decken alle Sparten ab - vom Schulbau über Schwimmbäder bis zum Altenpflegeheim", erzählt der Grazer Architekt Wolfgang Wieser (49). "Und im Industriebau ist uns der Sprung nach China gelungen, eine irrsinnig interessante Geschichte, die man als Abenteuer bezeichnen kann." Wie kommt es zu einem Auftrag in China? "Wir haben für Böhler-Schweißtechnik in Kapfenberg eine Halle gebaut, die Manager haben erkannt, dass ich sehr wirtschaftlich denke." Da hat ihn die Düsseldorfer Zentrale gefragt, ob er eine Bauberatung in Suzhou abwickeln möchte.
Mitarbeit. "So habe ich viele Leute kennen gelernt, darunter den Manager von Suntech, einen der weltgrößten Solarzellen-Hersteller. Der wollte auf 60.000 Quadratmeter Baufläche ein neues Headquarter in Wuxi (sprich: Wuschi) errichten." Entworfen wurde der Komplex von Wolfgang Wieser, Mario Buchegger und Walter Kletzl. Die innovative Haustechnik stammt vom niederländischen Anbieter Deerns.
Energieautark. "Das sind Dimensionen, die man sich bei uns nicht vorstellen kann", schwärmt der gebürtige Knittelfelder. Das Gebäude ist fast zu 100 Prozent energieautark, Strom kommt aus gewaltigen Solarpaneelen, Wärme wird durch Wärmepumpen gewonnen - europäischer Standard war Voraussetzung. Doch das chinesische Geschäftsleben ist schwierig, berichtet er. "Sie erwarten nur Leistung, Leistung, Leistung. Die beobachten dich durch und durch, dann wissen sie alles von dir. Wenn'st ein bissl arrogant bist, haben sie keinen Termin mehr für dich." Sein Resümee? "Toll, aber wenn man in Shanghai war, weiß man, wie rein bei uns die Luft in den Bergen ist."
Features
Wieser baut Suntech
Wolfgang Wieser schildert die Philosophie des Suntech-Chefs: "Ich habe viel Glück in meinem Leben gehabt. Jetzt will ich etwas zurückgeben." Das Ergebnis: ein Recreation-Center mit Basketballplatz, Kletterwand über die ganze Bauhöhe, Karaoke-Halle, Restaurant und Erlebniswelt für alle Mitarbeiter.








