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Zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 um 06:10 UhrKommentare

Vor der Pleite rettet nur ein Notverkauf

Fohnsdorf muss Gemeindewohnungen verkaufen, um nicht bankrott zu gehen. ÖVP will ohne Volksbefragung nicht zustimmen.

Das Archanhaus im Hintergrund ist eines der Gemeindeobjekte, die verkauft werden sollen. Vizebürgermeister Wilhelm Oberzaucher (ÖVP) sowie KPÖ und FPÖ machen ihre Zustimmung von einer Volksbefragung abhängig

Foto © MONTAGE: FRÖHLICH Das Archanhaus im Hintergrund ist eines der Gemeindeobjekte, die verkauft werden sollen. Vizebürgermeister Wilhelm Oberzaucher (ÖVP) sowie KPÖ und FPÖ machen ihre Zustimmung von einer Volksbefragung abhängig

Fohnsdorf steht finanziell derart im Eck, dass nur ein Schritt hilft: der Verkauf der Gemeindewohnungen. Denn mit Finanzhilfe des Landes kann der Ort nicht mehr rechnen. Landeshauptmann Franz Voves hat Bürgermeister Johann Straner in einem Gespräch deutlich gemacht, dass es mit Extra-Zahlungen vorbei ist. Straner müsse die Wohnungen verkaufen, um den Ort finanziell über Wasser zu halten.

Noch im Wahlkampf hat Straner die Notwendigkeit eines Verkaufes bestritten. Jetzt muss er diesen Schritt doch durchziehen, aber es gibt ein Problem. Seit der Wahl im September ist es vorbei mit der Zweidrittelmehrheit. Der frühere SPÖ-Bürgermeister Straner (jetzt "Liste Hans") braucht mindestens zwei Mandatare der Opposition, die den Verkauf mittragen. Es geht um rund 230 Wohnungen, das Altenheim sowie einige Gewerbeobjekte und Garagen. Gesamtfläche: rund 14.000 Quadratmeter. Der Verkauf soll etliche Millionen bringen.

Voraussetzungen

Die Fohnsdorfer ÖVP war vor der Wahl gegen den Wohnungsverkauf. Vizebürgermeister Wilhelm Oberzaucher: "Wenn wir jetzt zustimmen, dann nur unter mehreren Voraussetzungen." Er will eine Volksbefragung, einen angemessenen Verkaufspreis und einen transparenten Verkaufsprozess: "Es darf nicht so intransparent zugehen wie einst beim Thermenbau und vielen anderen Entscheidungen." Oberzaucher bringt am Montag im Gemeinderat einen Antrag auf eine Volksbefragung ein.

KPÖ und FPÖ werden zustimmen. "Wir sind zwar gegen einen Verkauf, aber wenn die Bürger das wollen, beugen wir uns", sagt KPÖ-Mandatarin Elfriede Wieser. Ähnlich Luca Kerbl von der FPÖ: "Grundsätzlich sollte man Gemeindevermögen vermehren, nicht schmälern. Wenn bei einer Volksbefragung aber herauskommt, dass verkauft werden soll, stimmen wir zu."

Grüne als Helfer?

Bürgermeister Johann Straner könnte aber mit den zwei Grünen-Gemeinderäten die notwendige Zweidrittelmehrheit schaffen. Grünen-Chef Gerhard Handl: "Wir stimmen einem Verkauf der Wohnungen zu, wenn im Vorfeld eine transparente, lückenlose und verständliche Information für die Bevölkerung erfolgt." Er tendiere dazu, den ÖVP-Antrag auf Volksbefragung nicht zu unterstützen. Bürgermeister Straner gibt keine Stellungnahme ab. Es gilt aber als sicher, dass seine Liste Hans eine Volksbefragung ablehnt.

Wie Beobachter wissen, gibt es zwei Interessenten für den Kauf der Wohnungen. Die Ennstaler Siedlungsgenossenschaft und "Jusi", die neu gegründete Immobiliengesellschaft der Stadt Judenburg.

JOSEF FRÖHLICH

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