Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
18. Mai 2013 15:33 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Wegsperren? Sicher nicht Krippe vorerst gerettet Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Nachrichten aus Judenburg und Umgebung Nächster Artikel Wegsperren? Sicher nicht Krippe vorerst gerettet
Zuletzt aktualisiert: 23.07.2011 um 20:30 UhrKommentare

Vergangenheit, ein echter Thriller

Mit Rudolf Lorenz irgendwo zwischen Stufe 36 und 49 im Stadtturm Judenburg. Er will Geschichte lebendig machen, hat für Fußgänger eine Ausstellung gestaltet.

Matthäus Kohlweiß machte das Jesuitenkloster wehrhaft, wurde Abt von Lilienfeld. Es war gar nicht so einfach für Rudolf Lorenz, im niederösterreichischen Kloster ein Bild für diese Reproduktion zu bekommen

Foto © BETTINA OBERRAINER Matthäus Kohlweiß machte das Jesuitenkloster wehrhaft, wurde Abt von Lilienfeld. Es war gar nicht so einfach für Rudolf Lorenz, im niederösterreichischen Kloster ein Bild für diese Reproduktion zu bekommen

In der frischen Luft entlüfteten sie ihr Hirn vom Politikmachen. Rundum die Stadtmauer, da fühlten sie sich sicher: Oft waren die steirischen Habsburger des Sommers in Judenburg, gingen zur Jagd. Und der Nikolaus von der Kaufmannsfamilie Körbler begleitete Kaiser Karl auf seinen Kriegszügen bis nach Afrika. Und Matthäus Kohlweiß machte das Jesuitenkloster gegen die Türken wehrhaft, wurde später Abt von Lilienfeld. Ja, diese Stadt war einmal eine echte Größe, hatte kaufmännische Verbindungen bis nach Antwerpen.

Wer diese Geschichten und eine Million mehr weiß? Er läuft gerade Stufe 36 bis 49 den Stadtturm hinauf, als wäre er ein Teenager und nicht 81 Jahre jung. Der Beweis, nimmermüde Neugierde und historisches Interesse sind Frischzellenkur: Rudolf Lorenz, selbst im Stadtturm geboren und mittlerweile eine Institution wie Judenburgs Campanile. Seinen jüngsten Streich erleben jene, die ebenso statt des modernen Liftes den Fußweg wählen.

Sie kommen nicht allein den Sternen näher, sondern auch der Vergangenheit. Die Vergangenheit, nervenzerfetzend wie ein Thriller. Lorenz hat Material gesammelt, auf mehreren Etagen eine Ausstellung gestaltet. Sie macht Geschichte lebendig. "Mir ist es eine Herzensangelegenheit, dass man nicht nur in die Zukunft schaut, sondern auch für die Geschichte von Judenburg etwas tut", erklärt Lorenz. Wir stehen vor dem Bild des Kohlweiß, für welches er extra nach Lilienfeld gereist ist. Und im Kloster nur durch einen kleinen bestandenen Wissenstest an sein Objekt der Begierde kam. Kein Problem für den Herren, er verschlingt Geschichtsbücher wie andere ihr Schnitzel. Kann mit ansteckendem Enthusiasmus erzählen, die augenzwinkernden Anekdoten ziehen viele Teilnehmer seiner Stadtführungen in ihren Bann. Rudolf Lorenz weiß, mit Freundlichkeit und Charme punktet man touristisch: "Dagegen haben 10.000 Prospekte keine Chance."

Ritter

Lorenz forscht und denkt, wälzt Jahreszahlen, spürt Lücken auf. Etwa aus der Ritterzeit, die war weit mehr als nur die Liechtensteiner. Wir stehen vor den Leihgaben des Judenburger Rüstungstrupps, erleben Rittertum als Ethos und Lebensform. Civitas Judenburch 1224. Im Burgviertel am Martiniplatz haben sie ihr Quartier, hinter dem wunderbaren Arkadengang dieses Hauses. "Wer da alles drinnen war...", sinniert Rudolf Lorenz und bedauert, dass ein Besuch des mittelalterlichen Innenhofes kaum mehr möglich ist. An den Martiniplatz grenzt die Altan, der verwilderte Abhang nach Murdorf. Den Judenburger aus Leidenschaft fasziniert die Vergangenheit, aber er macht sich ebenso Gedanken über die Stadt heute: "Eine Belebung der Altan wäre wichtig für den Fremdenverkehr, für die Gastronomie, für die Vorstädter selbst..." Das ist eine zwar alte, aber andere Geschichte.

Dabei haben wir die der drei großen Klöster noch gar nicht erzählt, judenfeindlich zum Quadrat, weil auch hoch verschuldet bei den Geschäftsleuten. Oder die vom Anwesen mit Kuhstall in der Schlossergasse.

Weiter zwischen den über 500 Jahre alten Mauern, irgendwo zwischen Stufe 73 und 97. Der Lift zischt vorbei dem Kosmos entgegen, wir rasten beim alten Uhrwerk, während die Turmglocke zur halben Stunde schlägt. Welche halbe Stunde? Egal, mit Rudolf Lorenz vergisst man Zeit und Raum. Wie mit einem echten Thriller eben.

BETTINA OBERRAINER

Im Turm geboren

Rudolf Lorenz, geboren 1930 im Stadtturm, dessen Baubeginn 1449 war, mehrmals nach Bränden renoviert wurde, vor allem das Dach. Lorenz lebte neun Jahre lang im Turm. Gelernter Flugzeugbauer und Kaufmann. Verheiratet mit Christine, zwei Söhne, eine Tochter. Regelmäßig als Stadtführer im Einsatz.

Gemeindewetter

  • Samstag, 18. Mai 2013
    • Min: 9°C
    • Max: 21°C
    • Nsw.: 30%
    Wolkig
  • Sonntag, 19. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 21°C
    • Nsw.: 50%
    Regenschauer
  • Montag, 20. Mai 2013
    • Min: 7°C
    • Max: 18°C
    • Nsw.: 50%
    Regenschauer
Dreitagesprognose aufs Handy!
SMS mit WETTER 8750 an 0900 872 872. 0,30 €/SMS

Events

Sie kennen ein tolles Event? Empfehlen Sie es uns!


Babys aus der Gemeinde

Hochzeiten/Jubiläen

Leserfotos aus der Gemeinde

Treten Sie mit uns in Kontakt!

 
 
Sie haben auch eine Meldung? Werden Sie Leser-Reporter und schicken Sie uns Ihre Texte!
 

Wallpaper

 

Todesanzeigen

Todesanzeigen aller steirischen Bezirke.



Seitenübersicht

Zum Seitenanfang