Pensionist verliert durch Mini-Pensionserhöhung Beihilfe
Durch eine um zehn Euro höhere Pension verliert ein Judenburger ganze 99 Euro an Wohnbeihilfe. Kein Einzelfall, wie die KPÖ betont, immer öfter kommt es zu Härtefällen.

Foto © APA/SujetZum Leben bleiben dem Judenburger nach dem Wegfall der Beihilfe nur noch 170 Euro im Monat
Eigentlich sollte man sich über eine Pensionserhöhung ja freuen. Bei Reinhold Kamnik aus Judenburg ist das aber anders. Der 63-Jährige verliert durch eine minimale Erhöhung fast zehn Prozent seines Einkommens.
Pensionserhöhung
Der Fall klingt absurd: Heuer erhielt Kamnik eine Pensionserhöhung von zehn Euro - von 1060 Euro auf 1070 Euro netto im Monat. Die Folge: Der Judenburger verliert den Anspruch auf Wohnbeihilfe von 99 Euro, weil er mit der erhöhten Pension den Grenzwert überschritten hat. "Ich hab geglaubt, das gibt es nicht", ist Kamnik immer noch geschockt.
"Ja, solche Härtefälle gibt es immer wieder", bestätigt Christian Grangl, stellvertretender Leiter der Wohnbeihilfenstelle des Landes. Und auch die Grazer KPÖ-Chefin Elke Kahr kennt solche Grenzfälle zur Genüge. "Es sind immer wieder Menschen mit kleinen Einkommen, vor allem Pensionisten, die durch eine kleine Gehaltserhöhung plötzlich um die Wohnbeihilfe umfallen."
Dabei könnte Kamnik, der 43 Jahre bei der Voest gearbeitet hat und zu 80 Prozent Invalide ist, jeden Euro gebrauchen. Nicht nur, dass er die Wohnbeihilfe verliert, "auch die Miete für meine 64-Quadratmeter-Wohnung ist um 16 Euro teurer geworden. Und jetzt bekommen wir einen Lift, da werden die Betriebskosten weiter steigen."
170 Euro im Monat
Zum Leben bleiben ihm nach dem Wegfall der Beihilfe nur noch 170 Euro im Monat. Laut KPÖ haben solche Härtefälle System, denn: Die Wohnbeihilfe und der Grenzwert werden nicht an die Inflation angepasst. "Das fordern wir seit Jahren", so Kahr. Aber daran wird sich auch künftig nichts ändern, wie der KPÖ seitens des Landes mitgeteilt wurde. Eine "Valorisierung der Wohnbeihilfe" ist "derzeit aus budgetären Gründen nicht möglich", teilt die Fachabteilung 11 A des Landes in einer Anfragebeantwortung an die KPÖ mit.
Kahr prophezeit: "Damit werden weiterhin Menschen, die ohnehin nicht viel haben, trotz einer Netto-Erhöhung Geld verlieren."








