Kurt Neumann
(1902 - 1984). Von Judenburg nach Hollywood. Ausstellung über den Redakteur, Schauspieler und Drehbuchautor.
Vor 110 Jahren wurde in Judenburg Kurt Neumann geboren, der bis zum 12. Februar 1934 u.a. Chefredakteur der steirischen Tageszeitung Arbeiterwille war, ehe er erstmals nach Frankreich fliehen musste. Mitte der 1930er Jahre kehrte er wieder nach Österreich zurück, wo er u.a. mit Otto Basil und Herbert Eichholzer an der Wiener Kulturzeitschrift PLAN mitwirkte und gemeinsam mit Josef Dobretsberger und Alexander Sacher-Masoch die Zeitung Neue Österreichische Blätter herausgab. Nach dem „Anschluss“ 1938 musste er erneut flüchten, wobei er über Frankreich schließlich in die USA gelangte, wo er seine journalistische Tätigkeit unter dem Pseudonym Walter Traun in amerikanischen sowie österreichischen Exilzeitschriften fortsetzte. Im Mai 1943 arbeitete er an der Drehbuchvorlage zu dem Anti-Nazi-Film The Hitler Gang mit. Zudem spielte er in zahlreichen Hollywood-Filmen mit.
Kurt Neumann, 1902 in Judenburg geboren, war zuerst mit Anny Feuerlöscher verheiratet, initiierte in der Zwischenkriegszeit den widerständigen Prenninger Kreis im Landhaus der Familie Feuerlöscher (Axl Leskoschek, Herbert Eichholzer, die Brüder Fischer, Walter Ritter u. a.) und arbeitete von 1932 bis 1934 als Redakteur für die sozialdemokratischen Zeitung Arbeiterwille in Graz. Flammende Artikel gegen das Nazi-Regime führten 1938 zu seiner Emigration. Über Prag floh er nach Frankreich, wo er nach Kriegsausbruch interniert wurde. Im Lager schrieb Neumann einen Schlüsselroman, dessen Hauptfigur Peter Wendel großteils auf der Person des Architekten Herbert Eichholzer beruht. Eine zionistische Organisation verhalf Kurt Neumann zur Einreise in die Vereinigten Staaten.
In den USA setzte Neumann seine journalistische Tätigkeit unter dem Pseudonym Walter Traun fort. In zweiter Ehe heiratet er Jane Scott, die Schwester des Drehbuchautors Allan Scott. 1943 schrieb er die Drehbuchvorlage für den Anti-Nazi-Film The Hitler Gang (zus. mit Hermann Rauschning, Albert Hackett und Frances Goodrich). Unter seinem bürgerlichen Namen glückte Kurt Neumann zwischen 1943 und 1946 in Hollywood zudem eine bescheidene Karriere als Nebendarsteller. (Vgl. Filmografie Kurt Neumann)
Nach dem Krieg heiratete Kurt Neumann in dritter Ehe die kroatische Primaballerina und Tanzpädagogin Mia Čorak Slavenska; dieser Ehe entstammt die Tochter Maria. Obwohl ihn Vertreter Österreichs zur Rückkehr und zur Mitarbeit am Wiederaufbau des Heimatlandes bewegen wollten und obgleich seine US-Einbürgerung während der McCarthy-Ära jahrelang hinausgeschoben worden war, zog Neumann es vor, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Abweichend von seinen bisherigen Metiers organisierte er in den folgenden Jahren Tourneen für die von seiner Frau gegründeten Ballettensembles, für Chöre sowie für israelische und französische Symphonieorchester. Kurt Neumann starb 1984 in Kalifornien. (Heinz Trenczak).






