Meerwasser für den Heimpool
Der Mürzhofener Maximilian Weissenbacher hat eine biologische Reinigung für Salzwasser entwickelt. Damit kann man auch zu Hause ohne viel Aufwand einen Meerwasser-Pool betreiben.

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Die Idee kam dem Mürzhofener Maximilian Weissenbacher, als er von einem Mädchen erfuhr, das an Neurodermitis leidet. Die Familie fährt so oft wie möglich ans Meer, weil das Salzwasser die Leiden des Mädchens lindert.
Weissenbacher baut seit 15 Jahren Schwimmbecken und Filteranlagen und dachte sich: Könnte man nicht auch daheim im Schwimmbecken Meerwasser verwenden?
Salzwasser hat aber nicht nur therapeutische Wirkung bei Hautkrankheiten, es wird zunehmend auch für Wellness-Zwecke eingesetzt. Etwa für das "Floating", dem entspannten, schwerelosen Treiben im Salzwasser.
Aber der Einsatz von Salzwasser im Schwimmbecken stößt auf einige Hindernisse: Alle Anlagenteile, sowohl beim Becken als auch bei der Reinigung, müssen Salzwasser-resistent sein. Metall muss durch Kunststoff, Glas oder Holz ersetzt werden. Und es gab bislang keine biologische Klärung für Salzwasser.
Deshalb begann Weissenbacher vor fünf Jahren mit dem Biologen Wolfgang Wesner zu experimentieren. Man versuchte viele Mischungen und stellte fest, dass die übliche Meerwasser-Konzentration - 35 Gramm Salz pro Liter Wasser - ideal ist. Das heißt, man benötigt für einen 50 Kubikmeter-Pool 1,75 Tonnen Meersalz. Allerdings ist das eine einmalige Investition, denn das Wasser wird immer wieder gereinigt.
Und hier setzt die Erfindung von Weissenbacher ein: Das Herzstück und auch das schwierigste Element der Wasseraufbereitung ist der Biofilter. Weissenbacher experimentierte mit zahlreichen Trägersubstanzen und Biosubstraten: Welche Zellkulturen holen Kohlenstoff und Phosphor am besten aus dem Wasser? Und auf welchem Material bringe ich diese Kulturen am wirkungsvollsten an? Und damit dieser Bio-Filter ständig mit Salzwasser versorgt wird, wurde eine solebeständige Umwälzpumpe eingebaut.
Patentiert
Als Weissenbacher und Wesner die richtige Kombination gefunden hatten, reichten sie das Patent für ihren "Biosaltpool" ein, das sie seit zweieinhalb Jahren besitzen. Das Europa-Patent ist noch in Prüfung.
Zielpublikum sind jene Eigenheimbesitzer, die sich einen Salzwasserpool für Therapien oder Wellness zulegen. Preislich liegt eine derartige Salzwasser-Anlage laut Weissenbacher ähnlich wie ein Becken mit chemischer Reinigung.
Der Erfinder rechnet vor allem im therapeutischen Bereich mit viel Interesse. Es lassen sich übrigens auch bestehende Pools umrüsten, allerdings müssen Metallteile weitgehend entfernt werden.
Eine Referenzanlage nahe Wien läuft seit einem halben Jahr völlig problemlos, sagt Weissenbacher. Er geht davon aus, dass bald weitere folgen werden.








