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Zuletzt aktualisiert: 08.11.2009 um 21:34 UhrKommentare

Frauenthal-Holding baut auf Umwelttechnik

Holding-Vorstand Martin Sailer und Ceram-Chef Karl Führer erklären, warum die Frauenthal-Holding im südweststeirischen Frauental trotz Krise Millionen investiert.

Geschäftsführer von Ceram Catalysts Karl Führer und Vorstand der Frauenthal Holding  Martin Sailer

Foto © KLZ DIGITAL/ScheriauGeschäftsführer von Ceram Catalysts Karl Führer und Vorstand der Frauenthal Holding Martin Sailer

Es ist kein leichtes Jahr für die Frauenthal-Holding. Der Konzern fiel tief. Nach dem Rekordjahr 2008 brachen bis zum Halbjahr 2009 die Umsätze im automotiven Bereich um mehr als 64 Prozent ein. Die Holding fußt gewissermaßen auf drei Säulen: Automotive, Sanitärgroßhandel (SHT) sowie die Umwelttechnik (industrieller Wabenbau). Wobei die erstgenannte Säule mehr als 50 Prozent des Geschäftsvolumens ausmacht. Das heißt: Geht's Automotive nicht gut, geht's auch der Holding nicht besonders.

Schmerzhafte Einschnitte - etwa bei Styria Federn in Judenburg - waren die Folge. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung gibt Holding-Vorstand Martin Sailer nun ein klares Bekenntnis zum Standort Judenburg ab: "Das ist ein Top-Top-Standort mit perfekt ausgebildeten Mitarbeitern. Wir versuchen alles, um sie zu halten, damit wir, wenn das Geschäft mit Nutzfahrzeugen wieder anspringt, gut aufgestellt sind." Genaue Vorhersagen, wann das sein werde, könne derzeit freilich niemand treffen, so Sailer. Nur so viel: "Wir haben die Talsohle erreicht, die Erholung bei den Nutzfahrzeugen wird aber langsam vor sich gehen. Und die Größenordnung der besten Jahre werden wir wohl nicht mehr erreichen."

Doch die Talfahrt der Nutzfahrzeuge ist keineswegs repräsentativ für alle Geschäftsfelder. Während SHT sehr stabil ist und im ersten Halbjahr sogar ein Plus verzeichnen konnte, ist der - noch - kleinste Bereich der industriellen Wabenkörper der Shootingstar im Konzern. Und erfreulicherweise sehr eng mit der Steiermark verwoben. In Frauental -ohne "th" - (Bezirk Deutschlandsberg) investiert das Unternehmen in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Euro.

Seit 2004 hat sich bei Ceram, der Porzellanfabrik Frauenthal, die Mitarbeiterzahl von 140 auf gut 270 erhöht. Allein heuer, im Krisenjahr 09, waren es 50 neue Mitarbeiter. Produziert werden u. a. Katalysatoren, Wärmetauscher und Gießfilter.

"Das Potenzial ist enorm", sagt Ceram-Chef Karl Führer. Beliefert werden Anlagenbauer wie AE&E, Alstom oder Babcock sowie Kraftwerke. "Hier spielt uns die Umweltgesetzgebung mit den strengeren Abgasnormen in die Karten", so Führer. Vor allem in Asien steigt die Nachfrage. Noch sei China ein zartes Pflänzchen, der Markt sei aber gigantisch.

Und somit auch die Perspektiven in Frauental.


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