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Zuletzt aktualisiert: 02.05.2012 um 21:16 UhrKommentare

Überraschender Rücktritt

Der Gaaler Bürgermeister Harald Schlager ist mit 30. April überraschend zurückgetreten. Persönliche Bereicherung steht im Raum.

Nicht länger als drei Jahre währte die Amtszeit von Harald Schlager. Im April 2009 wurde er als Bürgermeister der Gemeinde Gaal angelobt, mit 30. April dieses Jahres legte er das Amt wieder nieder. Schlager stieg überraschend als Quereinsteiger in die Politik ein. Er folgte Peter Gruber nach, der damals seinen Rücktritt bekannt gab.

In einem ausführlichen Schreiben an die Bewohner der Gemeinde beschreibt Harald Schlager seine Beweggründe. Zum einen sei er einer Fünffach-Belastung ausgesetzt, der eigentliche Grund ist aber ein anderer. Schlager beschreibt ihn zusammengefasst folgendermaßen: Schon seit Jahren ist ein neues Wasserkraftwerk im Gaalgraben geplant. Es kam zu Widerstreitverfahren zwischen einem Interessenten aus Gleisdorf und einer Projektgruppe mit fünf Grundeigentümern, zu der später die Gemeinde als Gesellschafter hinzukam. Nach jahrelangen Streitigkeiten "habe ich mich als Vermittler für beide Streitparteien angeboten". Anfang April habe es ein gutes Gespräch mit dem Gleisdorfer gegeben - bei positivem Vertragsabschluss soll der Mann eine Vermittlungsprovision von 20.000 Euro versprochen haben.

Das Ergebnis präsentierte Schlager bei einer Gesellschaftersitzung - und er fragte die Beteiligten, welchen Betrag sie für die Vermittlung an ihn bezahlen würden; ein Fehler. "Es entstand der Eindruck, dass ich diese Provision für mich persönlich in Anspruch nehmen wollte, was von mir nie angedacht war." Denn eigentlich wollte er das Geld für Projekte der Gemeinde verwenden. Er habe zwar aufgeklärt, aber: "Ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch, wobei ich die Schuld dieser Entwicklung voll auf mich nehme."

Wer in die Fußstapfen Schlagers treten wird, steht noch nicht fest. ÖVP-Vize Friedrich Fledl hat die Geschäfte übernommen: "Nächte Woche gibt es eine Entscheidung." Es müsse erst besprochen werden, wie es weitergeht. Auch ein Termin für die Neuwahl steht noch nicht fest.

Gestolpert

"Überraschend" kam der Rücktritt für die SPÖ. Gemeindekassier Manfred Steiner betont, dass seine Fraktion "nichts damit zu tun hat, dass Schlager gestolpert ist". 2009 trat er überraschend als Gegenkandidat von Schlager an. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Steiner erneut diesen Weg geht: "Das werde ich aber noch mit meiner Fraktion besprechen." Die ÖVP schaffte bei der letzten Gemeinderatswahl neun, die SPÖ sechs Mandate.

MICHAELA FRÖHLICH

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