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Zuletzt aktualisiert: 28.09.2012 um 06:00 UhrKommentare

Trotz Schulden schont Thermenort roten Verein

Mindestens 116.000 Euro schuldet der Verein Arbeiterheim der Gemeinde Fohnsdorf. Die SP-nahe Gemeindespitze unternahm aber wenig, um das Geld einzutreiben.

Foto © Helmuth Weichselbraun

Vernichtende Kritik von Gemeindeaufsicht und Bundesrechnungshof an den Vorgängen im Rathaus und bei der Thermenerrichtung. Auflösung des Gemeinderats, Regierungskommissär und Neuwahlen. Noch dazu strafrechtliche Ermittlungen. Dennoch verscherzt es sich Fohnsdorf (Bezirk Murtal) erneut mit den Gremien. So hat der durch und durch rote Verein Arbeiterheim bei der verschuldeten, SP-nahen Gemeinde satte Rückstände. Das hat die Gemeindeaufsicht bereits 2009 bemängelt. Eingetrieben wurden die Schulden jedoch nicht.

Belastungen

Vertraulichen Akten zufolge sind die Rückstände von 89.300 (2008) auf 116.841 Euro (Letztstand 2011) gestiegen. Im Ort ist mittlerweile sogar von 140.000 Euro die Rede. So oder so wurden dagegen "keine nennenswerten Maßnahmen" gesetzt, monieren Prüfer. Und sie fordern, dass sich die verschuldete Gemeinde tunlichst ihr Geld holt. Noch dazu, wo der Arbeiterheim-Abgang die Gemeinde ohnehin belastet: mit durchschnittlich 132.000 Euro jährlich (2004 bis 2008).

So einfach ist der Fall laut Ortschef Johann Straner jedoch nicht. Einerseits gibt es den Pachtvertrag (aus 1958 über 36,30 Euro im Monat) sowie Vereinbarungen über Kostenübernahmen durch die Gemeinde. Gewisse Rechte, so Straner, hat der Verein - Obmann ist der Ex-Vize-Bürgermeister - aber nicht beansprucht. Straner führt etwa die Bereitstellung einer Gehilfin und eine Heizölabgeltung an. Nicht zu vergessen: Durch den Umbau des Heimes durch den Verein sparte sich die Gemeinde Steuern. Zudem wurde Inventar angeschafft. Kurz: Die Schulden seien eigentlich beglichen. Was für die Prüfer "nicht nachvollziehbar" ist.

JOSEF FRÖHLICH, THOMAS ROSSACHER

700.000 Euro für mehr Besucher

FOHNSDORF. Eine Insolvenz der Therme Aqualux in Fohnsdorf ist kein Tabu mehr. Zumindest wurde das Szenario gestern Abend im Gemeinderat angesprochen, sollte es zu keinen weiteren Investitionen kommen. Laut Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Liebenberger stagnieren die Besucherzahlen. In die Höhe treiben will man die Zahl der Gäste mit weiteren Investitionen: In den Außenbereich sollen 700.000 Euro fließen. Die Opposition zweifelt am Erfolg dieses Vorhabens.

Bürgermeister Johann Straner betonte, dass diese Maßnahme im Vorfeld vom Land abgesegnet gehört.

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